Beiträge von Der Milan

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    Liebe Caro , bitte sieh es mir nach, aber ich bin praktizierender Volljurist, und ich habe selten einen solchen Blödsinn gelesen, wie das, was nach Deinen Worten Euer Datenschutzbeauftragter verzapft. Dabei kannst Du im entsprechenden Thread EU plant Verbot von Verschlüsselung nachlesen, daß ich auch kein Freund davon bin, was da in Brüssel geplant wird.


    Aber deswegen gleich jeden Messenger ablehnen heißt, das Kind mit dem Bade ausschütten. Euer Datenschutzbeauftragter benutzt sicherlich Telefon, E-Mail, Telefax? Das kann alles abgehört werden, immer mit richterlichem Beschluß, versteht sich. Daß das zulässig ist, ergibt sich aus Artikel 10 des Grundgesetzes in Verbindung mit den jeweiligen gesetzlichen Vorschriften, z.B. § 100a Strafprozeßordnung. Und diese Vorschriften gelten auch für jedes Handy.


    Also: Die Frage, ob den Anbietern vorgeschrieben wird, daß sie Backdoors einzubauen haben oder ob es besser dabei bleibt, daß die Strafverfolgungsbehörden sich (nach richterlichem Beschluß, weil es einen erheblichen Verdacht gibt, daß Du eine Terroristin bist z.B.) mit einem auf Dein Handy applizierten Staatstrojaner jedesmal einen Screenshot anfertigen und sich zuschicken müssen, hat mit der DSGVO und mit der Frage, welcher Messenger zu empfehlen ist, null nichts gar nichts zu tun. Abgehört und mitgelesen werden kann immer, auch jetzt schon.

    Sehr witzig! V8 driver Da geht ja ordentlich was durcheinander!


    Also, ganz langsam: Adressat der DSGVO ist derjenige, der Daten verarbeitet, weitergibt, speichert.


    Wenn Dir Deine Frau bzw. Freundin, ein Bekannter, seine Telefonnummer gibt und Du speicherst die Nummer mit Namen (und vielleicht Adresse und Geburtstag) im Handy, dann wärst Du prinzipiell Adressat der DSGVO. Aber, völlig richtig, Du handelst nur privat. Damit ist Dein Verhalten vom Anwendungsbereich der DSGVO ausgenommen.


    Jetzt möchtest Du aber WA verwenden, dazu installierst Du es auf Deinem Handy. In diesem Moment ist WA derjenige, der Daten speichert, bearbeitet, weitergibt. Weil WA gewerblich ist, benötigt WA (u.a. nach der DSGVO) Deine Zustimmung zur Speicherung etc. Deiner Daten. Um diese Zustimmung selbst erteilen zu können nach der DSGVO, mußt Du in D mindestens 16 Jahre alt sein, in A mindestens 14 Jahre.


    Soweit Du WA jetzt nutzt und damit zuläßt, daß WA Dein Adreßbuch im Handy durchsucht, gibst Du an sich schon Daten weiter. Das ist so lange nicht so fürchterlich bedenklich, wie (a) Du nur privat handelst und (b) WA bei seiner "Abfrage" Deines Adreßbuchs mit den Daten nur dann etwas anfangen kann, wenn es Daten sind, die mit anderen WA-Nutzern (die ja alle ihrerseits WA die gleiche Einwilligung gegeben haben wie Du) zusammenhängen. Wenn WA die Daten, die bei WA selbst (noch) nicht verknüpft sind, nicht gleich wieder verwirft, sondern jetzt mit noch anderen Diensten (wie z.B. FB oder Instagram) abgleicht, wird die Sache schwierig.


    Und gleich ganz schwierig wird die Sache, wenn Du ein Unternehmen bist, weil Du als Unternehmen selbst gerade nicht von der DSGVO als Adressat ausgenommen bist. Und nur zu diesem letzten Punkt verhält sich der von Dir verlinkte Artikel.


    Daher: Die Datenverarbeitung durch Privatpersonen ist von der DSGVO nicht erfaßt. WA ist aber keine Privatperson. WA ist durchaus Adressat der DSGVO. Deswegen kommt es für die Frage, ob "die DSGVO bei der privaten Nutzung greift", darauf an, welche Ebene man betrachtet.


    Daher ist die Aussage: "Wer als Privatperson WA auf dem privaten Handy nutzt, ist von der DSGVO nicht betroffen.", richtig (jdf. nach der alten AGB-Fassung), wenn man die Privatperson als Datenverarbeiter begreift. Die Aussage: "Die DSGVO greift bei privater Nutzung von WA nicht.", ist dagegen falsch, wenn man auf das Verhältnis zwischen Nutzer und WA abstellt. Allein um diese Ebene ging es aber in #2312 und #2313 .

    Die DSGVO greift bei privater Nutzung von WhatsApp jedoch nicht.

    Woher hast Du denn diese Weisheit, V8 driver ? Da kann ich nur staunen. Wird das etwa "auf der Straße" verbreitet?


    Diese Behauptung ist eindeutig falsch. Denn die DSGVO betrifft nicht das Verhältnis z.B. zwischen dem Nutzer, z.B. einem Kind und anderen Nutzern (z.B. seinen Freunden oder Verwandten) (= private Nutzung), sondern das Verhältnis zwischen Nutzer und Dienstanbieter. Und da ist es dann natürlich vollkommen egal, ob der Messenger für eine private Kommunikation oder für z.B. die Schule eingesetzt wird.

    .... bemerkenswert, da sich das Heft laut Selbstbeschreibung an Kinder zwischen 8 und 14 Jahren wendet. Bei Whatsapp und Signal muss man nach deren AGB mindestens 13 Jahre sein, nach EU-Recht 16 Jahre. Oder?

    Nach der DSGVO grundsätzlich 16 Jahre, wobei die Mitgliedstaaten bis auf 13 Jahre hinuntergehen dürfen. Deutschland ist bei 16 Jahren geblieben. Einziger Anbieter, der für Kinder unter 16 Jahren in Frage kommt, ist somit Threema. Bei allen anderen müssen bis dahin die Eltern zustimmen. In Österreich wurde die Grenze auf 14 Jahre festgelegt.

    ... denn Threema Web kann ich praktisch nicht nutzen, da ich bei jeder Nutzung von https://web.threema.ch/#!/welcome stets eine neue Sitzung mit Threema/Android erzeugen muss. Im Alltag und darüber hinaus natürlich völlig inpraktikabel.

    Sieh mal hier @webaschtl : Threema Desktop App für Windows & Mac bis zur offiziellen Version Funktioniert. Nur das Paßwort eingeben, und weiter geht dieselbe Sitzung. Nur das Handy muß im selben WLAN eingeloggt sein.

    Na ja. Warum sollte man selbstlöschende Nachrichten schwieriger wiederherstellen können als "handgelöschte"? Würde mich mal interessieren.


    Und ich weiß nicht, ob jemand außer mir Anfang des Jahres diesen Bericht aus Indien gelesen hat: https://www.indiatvnews.com/ne…ignal-whatsapp-nia-678304


    Das klingt nicht danach, als ob Threema ohne das "Killer feature" selbstlöschender Nachrichten gegenüber anderen Messengern im Nachteil wäre...

    Auf Threema.ch gibt's ein Osterei! Ein Gewinnspiel! Genau hinsehen. Tip: Man startet mit einem Klick!


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    Man sollte immer auch einmal anders denken: Was, wenn es um etwas gaaanz anderes geht als um "Kinderpornografie", nämlich schlicht um Geld?


    Das Problem der amerikanischen Plattformen und Softwarehersteller sind nach den beiden Schrems-Urteilen des EuHG unter anderem doch die von den amerikanischen Nachrichtendiensten verlangten "Backdoors". Damit sind die amerikanischen Anbieter z.Zt. alle nicht DSGVO-konform. Und ein Privacy Shield II-Abkommen ist nicht absehbar, erscheint auch als praktisch kaum möglich. Das könnte auf Frist zu einer erheblichen Schwächung der derzeit fast monopolistischen Position der amerikanischen Digitalindustrie in Europa führen - und womöglich dazu, daß Europa ein paar ernstzunehmende Konkurrenten hervorbringt.


    Das Problem der mangelnden DSGVO-Konformität läßt sich aber prinzipiell auf zweierlei Weisen lösen: (i) Die amerikanischen Nachrichtendienste verzichten auf ihre Rechte. (ii) Die Europäer schwächen ihre eigenen Standards (Angleichung nach unten) und führen auch eine "Backdoorpflicht" ein. Variante (i) kann man ausschließen. Aber Variante (ii) wäre perfekt: Backdoor ist Backdoor, warum und wieso Backdoor hier und Backdoor dort ist, dann doch egal.


    Am Gelde hängt's, zum Gelde drängt's. "Kinderpornografie" ist womöglich nur ein Vorwand, um ganz andere Ziele durchzusetzen.