Beiträge von Kenny_Butters

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    Mal ein paar resümierende Worte und nachgereichte Links. Auch weil inzwischen noch weitere Artikel erschienen sind, die die Einordnung zumindest etwas klarer machen aus meiner Sicht.


    "Ich weiß nicht, wie ihr das seht, aber ich erwarte von meinem sicheren Messenger, dass der Hersteller nicht herumverhandelt und kleinredet, wenn Lücken gefunden werden, sondern die fixed und ein Post-Mortem veröffentlicht, wie das durch ihre QA kommen konnte."


    Quelle: https://blog.fefe.de/?ts=9d43e514


    Und ich hatte auch den Eindruck, dass die Lücken eher bagatellisiert wurden als dass hier eine wirkliche Auseinandersetzung stattgefunden hat. Wenigstens nicht öffentlich.


    "Die Forscher nennen dazu zwei Angriffsmöglichkeiten. Während ich Attack 7 (Compression Side-Channel) auch eher akademisch finde, ist Attack 6 (Cloning via Threema ID Export) durchaus gefährlich. Beim Grenzübertritt in sehr viele Staaten können Beamte das Entsperren des Smartphones fordern. Bei 99% aller Leute beschäftigen sie sich nur vielleicht eine Minute damit. Auch Ehegatten oder Kinder bekommen gelegentlich das entsperrte Smartphone kurz in die Hand. Die Zeit reicht nicht, um größere Datenmengen zu kopieren, aber mit Attack 6 ist der gesamte Threema Account in wenigen Sekunden kopiert."


    Quelle: https://www.heise.de/forum/hei…sgefunden/thread-7265432/


    "Kein PFS, Replay-Schutz über Nonce-Speicherung war auch damals objektiv nicht Stand der Technik. Damit hat die hochkarätige Forschergruppe ("der Student") völlig Recht, und diese Kritik hat sich Threema redlich verdient."


    Quelle: https://www.heise.de/forum/hei…ie-Thesis/thread-7265492/


    Letztendlich geht es bei Kryptographie darum nicht nur Alltagsszenarien zu verhindern, sondern auch Angriffe des Staates, der quasi unendliche Ressourcen hat. Da ist es durchaus erklärungsbedürftig, warum gewisse Standards nicht eingehalten worden sind bzw. warum Threema inzwischen PFS für notwendig hält, obwohl sie das lange Zeit nicht getan haben.


    "Spezielle Implementationen von Perfect Forward Secrecy lehnen die Hersteller ab, da dies ihrer Meinung nach die Komplexität des Protokolls und der Server unnötig erhöhen würde. So würde dies das Risiko für Sicherheitslücken und Ausfälle der Server vergrössern."


    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Threema


    Vieles wird eben heißer gekocht als es gegessen wird und der große Skandal steckt hierhin noch immer nicht. Wirklich gravierende Fehler scheinen mir, auch mit etwas Abstand, nicht gefunden worden zu sein. Eine tiefere Auseinandersetzung mit den Fehlern wäre dennoch wünschenswert gewesen, statt diesem "hier gibt es nichts zu sehen, bitte gehen Sie weiter". Ich sehe leider durchaus einen Schaden für Threema. Die Bewertung von Kuketz halte ich für völlig legitim. Die erfolgte schließlich nicht aufgrund der Masterarbeit, sondern aufgrund des fehlenden Audits des neuen Protokolls. Sobald das vorliegt, wird er das sicherlich auch wieder korrigieren.

    Mir fehlt gerade noch mehr Einordnung von unabhängigen Experten, um das ganze beurteilen zu können. Ich bin kein Informatiker und kann dementsprechend keine technischen Details und deren Auswirkungen bewerten. Nur am Rande: Mich wundert der Begriff Paper bei einer Masterarbeit. Ein Paper wird für mich in einem Journal publiziert und durchläuft dementsprechend einen Peer-Review Prozess, was bei eine Masterarbeit nicht der Fall ist.


    Speaking of experts: Fefe scheint nicht besonders angetan zu sein davon, dass Threema hier bagatellisiert. Ob zu Recht oder zu Unrecht vermag ich nicht zu beurteilen. Auf den ersten Blick scheint mir aber die Fehlerkultur bei Threema wirklich suboptimal zu sein. Immerhin hatten sie drei Monate Zeit ein Statement dazu anzufertigen und mir mangelt es da auch ganz klar an Sachlichkeit. Ganz egal, wie überheblich sich ein Student geäußert haben mag. Fefe geißelt insgesamt die sehr defensive Herangehensweise, aus der wenig Einsicht und Veränderungsbereitschaft spricht. Dass Perfect Forward Secrecy lange Zeit fehlte wird auch im Artikel der NZZ kritisiert. Es kommt immerhin acht Jahre nach Signal und ist immer noch nur Opt-In. Da hat man sich vielleicht zu lange Zeit davor gescheut ein neues Protokoll zu implementieren, um mit Signal Schritt halten zu können. Auch das wurde aber in der Vergangenheit eher bagatellisiert und Angriffsvektoren als zu theoretisch abgetan. Anscheinend wurde dann auch etwas mit heißer Nadel das neue Protokoll durchgedrückt, bevor es zu der Veröffentlichung der Arbeit kam.


    Den großen Skandal kann ich hier nicht erkennen, aber durchaus Learnings für Threema ihre Öffentlichkeitsarbeit an der ein oder anderen Stelle zu überdenken. Vielleicht bekommen wird in den kommenden Tagen auch noch Statements von weiteren Experten.

    Ich weiß es natürlich genauso wenig, wie alle anderen, aber ich würde in der ersten Jahreshälfte damit rechnen. Vielleicht sogar noch im ersten Quartal. Die unterschiedlichen Geschwindigkeiten in der Entwicklung sind tatsächlich ärgerlich. Die Gründe sind rein spekulativ, aber ich würde davon ausgehen, dass es an Entwicklern für iOS mangelt bei Threema. Eigentlich ist iOS ja die lukrativere Plattform und häufig kommen bei anderen Apps die neuen Feature zuerst für iOS, weil die App an eine überschaubare Anzahl von Geräten angepasst und darauf getestet werden muss. Dass es zum ersten Mal etwas unter iOS gibt, was es unter Android nicht gibt mit MultiDevice finde ich auch ganz nett, aber es ist eben eine Tech-Preview. Nicht mehr und nicht weniger. Als Beta kann man das schlechterdings nicht betiteln bei dem, was aktuell damit möglich ist. Ich habs mir selbst noch gar nicht geholt wegen der massiven Einschränkungen und dem Aufwand mich für irgendwelche Test-Flight Programme registrieren zu müssen.


    Bis Threema soweit ist, können sie ja Threema nutzen, wenn die beste Freundin nicht dabei ist und wenn sie dabei ist FaceTime. Da kann man inzwischen Links versenden an nicht iOS Nutzer, die man überall problemlos öffnen kann.

    Hallo und herzlich willkommen!


    Gleich mal zu deiner ersten Frage: Threema ist sein Geld absolut wert. Mehr als das. Ich nutze inzwischen seit 10 Jahren Threema und hab dafür einmal zu Beginn ein paar Euro hingelegt. Wäre es ein All you can eat Buffet, ich hätte mein Geld mehr als nur reingefressen ;)


    An den 10 Jahren erkennst du auch, dass Threema eine gewisse Historie hat und du als Käufer damit rechnen darfst, dass Threema mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch ein paar Jährchen existieren wird und nicht demnächst dicht macht. Threema dürfte einer der wenigen DSGVO-konformen Messenger sein und von den großen (Whatsapp, Signal, SnapChat, Telegram) wohl der einzige. Man muss keine Telefonnummer angeben und kann so den Messenger komplett anonym nutzen. Mit einer Telefonnummer ist es ein leichtes den dazugehörigen Anschlussinhaber zu ermitteln.


    Letztendlich habe ich auch ein paar Freunden die App geschenkt, das geht unter iOS sehr bequem. Unter Android kann man zumindest Gutscheine verschenken oder die App direkt über die Webseite kaufen. Meines Wissens kann man unter Android immer noch keine einzelnen Apps verschenken. Das kann man auch nur mal zum Geburtstag machen, weil man als 17-jähriger wohl nicht unbedingt die Kohle hat direkt alle mit Threema auszustatten und einige sind auch durchaus bereit die App selbst zu bezahlen. Der radikale Ansatz selbst nur noch über Threema und möglicherweise über Signal erreichbar zu sein, kann auch überzeugend sein Threema wenigstens parallel zu installieren.

    Es werden aber sicher auch einige wegfallen, muss man sich überlegen ob man das kann und will. Auf jeden Fall sollte man die anderen Optionen vorher versuchen.

    Da hat Robby absolut recht und das musst du natürlich bei der radikalen Methode bedenken. Threema ist datenschutzbezogen spielend überlegen, aber löscht du Whatsapp komplett, geht das mit sozialen Kosten einher, die bei einem 17-jährigen sicherlich höher sein können als in einer gesettelteren Lebensphase. Du bist vielleicht in einer Klassengruppe, hast Gruppen mit Freunden oder Kumpels vom Sport. Man lernt vielleicht Mädels oder Jungs kennen, denen man romantisch näher kommen möchte und vorher nicht erst mal eine Diskussion über Messenger beginnen will. Es gibt vielleicht eine Angst vor der Scham als Nerd abgestempelt zu werden. Wir alle haben diesen sozialen Druck, aber er ist sicherlich niedriger, wenn man etwas älter ist. Am Ende musst du für dich selbst eine Antwort auf die Frage finden, ob du so einen Weg bereit wärst zu gehen. Im Leben darf es auch Grautöne geben und wenn man sich nur mit den engsten Kontakten über Threema austauscht und parallel noch Whatsapp hat, ist das sicherlich auch schon ein Gewinn.

    Um ehrlich zu sein finde ich aber, dass Funktionen wie Anrufe und Screensharing nichts, aber auch rein gar nichts in einer Messenger-Software zu suchen haben!

    Womit ich nicht sagen will, dass ich die Telefonie-Funktion nicht gelegentlich praktisch finde. Aber Fakt ist nunmal, dass ein Messenger die Funktion „Messaging“ erfüllen soll und nicht mehr. Eine App sollte sich nicht zu einer eierlegenden Wollmilchsau entwickeln. Mehr Funktionen heißt mehr Code und mehr Code heißt mehr potenzielle Lücken.

    In der Unix-Feld gab es mal das Motto, dass jede Software nur genau eine Funktion erfüllen soll und diese gut. Heutzutage wird viel zu viel unterschiedliches in einzelne Softwareprojekte gepackt.

    Ich würde bestreiten, dass das Fakt ist ;) Das ist viel mehr eine Minderheitenmeinung in 2022. Solche single-purpose Apps waren ja mal eine Zeit lang en vogue. Facebook hat Events, Gruppen. Messenger etc. damals ausgegliedert. All zu viel ist davon nicht mehr übrig geblieben, weil es nicht angenommen wurde. RedPhone und Textsecure waren auch mal getrennt, bevor sie zu Signal verschmolzen sind, aber inzwischen beherrscht so ziemlich jeder Messenger auch Telefonie und Videotelefonie. Würde Threema das nicht anbieten, würden sie völlig an den Bedürfnissen der breiten Masse vorbeiarbeiten und damit an der Realität. Auch gibt es sicherlich ein breites Graufeld zwischen extrem partikularen Apps und einer eierlegenden Wollmilchsau. Threema deckt das Bedürfnis nach Kommunikation ab, nicht mehr und nicht weniger. Signal hat Payment integriert, was ich selbst für äußerst zweifelhaft halte. Wir haben heutzutage sowohl den Speicherplatz als auch die Prozessoren, um nicht extrem granulare Funktionstrennungen in Apps zu brauchen.

    Es war mit der Technologie hinter Threema Web schlicht und einfach nicht notwendig, Multi-Device zu bauen. Dann kam Apple mit einem Ultimatum um die Ecke. Betrachtet man Datensparsamkeit, Metadaten und Komplexität, ist Threema Web klar die überlegene Technologie ggü. Multi-Device. Und jetzt kannst du dir grob überschlagen, wie viel Ressourcen allein dafür im Mülleimer landen.

    Egal bei welchem Messenger, ich habe diese Web-Varianten immer als eine Krücke verstanden. Eine Brückentechnologie hin zu echtem MultiDevice, das bei Ende-zu-Ende Verschlüsslung eine hohe Komplexität hat und deshalb länger Zeit für die Umsetzung braucht als so ein Web Client. Eine Dauerlösung konnte ich nie darin sehen. Ich will nicht, dass das Telefon immer als Hub dienen muss. Ist der Akku leer, vergesse ich das Smartphone mal zuhause oder wird gerade eine Update durchgeführt, hab ich auf keinem meiner Gerät mehr Zugriff auf meine Chats. Das ist lästig. Gerade im Business Bereich ist es für Threema sicherlich vorteilhaft eine Lösung anbieten zu können, die man auch nur auf dem Desktop betreiben kann, ohne dass der Mitarbeiter ein verdongeltes Smartphone benötigt. Der schlagende Vorteil von Threema ist unter anderem doch, dass ich keine Telefonnummer zur Registrierung benötige. Da finde ich es wenig sinnvoll, wenn ein Telefon zur Registrierung und für den Betrieb notwendig ist.

    Ich denke die Entwicklung ist nachvollziehbar, durchdacht, gründlich und vielfältiger. Da mehr Gebiete abgedeckt werden, welche auch noch mit- und untereinander funktionieren müssen. Grundfunktionen eines Messengers stehen schon per Definition und Verfügbarkeit fest. Nur das "wie" und die Weiterentwicklung und Pflege bedarf der Fürsorge.

    Mir sind 40 ordentlich verdienende Angestellte (welche Aufgabengebiete?) lieber, als 26 "Sklaven" (provokativ ausgedrückt), bei denen vermutlich die Verteilung der Aufgaben und die Aufgabengebiete nicht klar abgesteckt und abgedeckt sind. Ich weiß. letzteres ist mangels Transparenz Spekulation.

    Ich finde es müßig etwas zu diskutieren, das tatsächlich pure Spekulation ist. Es gibt weder Pressberichte dazu, dass Signal oder Whatsapp seine Mitarbeiter ausbeutet, noch ist davon auszugehen. Zumindest nicht, wenn es um die Programmierer geht. Der Markt für Coder ist ganz klar ein Anbietermarkt. Programmier sind Mangelware und ein Unternehmen kann sich schlechterdings nicht erlauben, dass Programmierer miese Arbeitsbedingungen vorfinden. Sonst wechseln sie ganz schnell wo anders hin.

    Moin ;)


    Ich verfolge Threema nun schon seit dem ersten Client bei iOS und lange Zeit hat Threema MultiDevice überhaupt nicht angestrebt. Es gab stets die Auskunft, dass das nicht geplant sei. Da wurde die Wichtigkeit von MultiDevice schlichtweg unterschätzt, wie ich finde. Dass die Entwicklung dann längere Zeit in Anspruch nimmt, ist völlig verständlich. Auch bei Whatsapp sind Jahre ins Land gegangen von der ersten Ankündigung bis zur breiten Verfügbarkeit. Der Fehler lag wohl eher darin, dass man nicht früher die Arbeit daran begonnen hat. Ich habe zwar auch nur eine Laiensicht auf die Dinge, aber Signal wird regelmäßig von Experten gelobt, insofern würde ich nicht davon ausgehen, dass deren Lösung irgendwie quick and dirty ist. Letztlich bin ich nur auf die Ausgangsbehauptung des Thread eingegangen, dass die Entwicklung langsam sei und ja, wenigstens in Teilen stimmt das nun mal. Erst vor kurzem hat iOS eine Archivfunktion bekommen, das gibt es anderswo seit ewiger Zeit. Die Gründe dafür können vielfältig sein und ich kenne die internen Prozesse natürlich nicht. Im Ausgangspost klingt fast der Vorwurf von Faulheit durch. So etwas halte ich dann doch für eine bösartige Unterstellung. Es mag daran liegen, dass die Ressourcen fehlen und/ oder diese bei Threema für andere Bereiche eingesetzt werden müssen. Siehe auch die Antwort von f09fa681. Das Ergebnis ist jedenfalls eine offenkundig langsamere Entwicklungsgeschwindigkeit als bei der Konkurrenz.


    That being said: Für mich persönlich ist vor allem MultiDevice entscheidend und das steht schon in den Startlöchern. Alles was danach kommt, halte ich für Nice to have und Konfetti. Messenger haben inzwischen eine gewisse Reife erreicht und ob dann irgendwelche tanzenden Panda-Sticker erst später kommen oder auch gar nicht, interessiert mich nicht besonders. Mit PFS und MultiDevice werden meine Hauptanliegen in absehbarer Zeit erfüllt sein.

    Puh, das ist so das Argument, dass man ja auch gehen könne, wenn man an der Politik Kritik übt. Finde ich schwierig. Nur weil ich mich in einen Dialog über etwas begebe und mich auch kritisch damit auseinandersetze, heißt dass nicht, das ich wechseln möchte. Man setzt sich schließlich mit den Dingen auseinander, die einem am Herzen liegen. Funktionsupdates sind eben nur eine Facette des ganzen. Die Vorzüge von Threema wurden hier ja schon zu genüge ausgeführt. In dieser Welt gibt es nicht perfektes, in einer idealen Welt gäbe es ein Threema mit der Entwicklungsgeschwinigkeit von Signal. Ich kann aber auch in der realen Welt zu dem Schluss kommen, dass Threema mir das beste Gesamtpaket mit Abstand bietet. Ich sehe aber die Diskussion darüber als nichts an, das sich im Fanboytum verlieren muss.

    Zunächst einmal: Die Entwicklung von Threema ist in letzter Zeit sehr dynamisch geworden, was mich überaus freut. Ich würde allerdings auch selbst nicht ganz von der Hand weisen, dass die Entwicklung häufig vergleichsweise langsam ist. Signal hat etwa seit längerer Zeit MultiDevice implementiert, spannende und innovative Kryptofeatures, wie Sealed Sender und zusätzlich populäre Funktionen, wie den Status. Threema existiert bereits längere Zeit als Signal und hat 26 Angestellte, Threema 40 Angestellte. Wie dieses hinterherhinken zustande kommt, ist mir eigentlich ein Rätsel, da die Vorteile auf der Seite Threemas liegen.

    1. Multi Device


    Gerade als iOS Nutzer ist die User-Experience aktuell natürlich fürchterlich in Bezug auf Threema Web. Ich hoffe auf eine zeitnahe Veröffentlichung, weil Threema für mich so massiv an Wert verliert. Ein absolutes Must-Have, wenn Threema nicht mittelfristig viele iOS User vergraulen will.


    2. Apple Watch App


    Es wäre klasse, wenn man Threema-Nachrichten auch empfangen könnte, wenn man nur mit der Uhr unterwegs ist und das Smartphone nicht dabei hat. Bei den Verkaufszahlen der Watch sicher keine all zu kleine Zielgruppe.


    3. Verbesserte Suchfunktion


    Die Suchfunktion ist sehr rudimentär, vergleicht man sich mit der Konkurrenz, wie Whatsapp. Eine globale Suche zu Nachrichteninhalten gibt es überhaupt nicht bei Threema (oder ich finde sie nicht) und in der Suche zum jeweiligen Chats kann man nicht nach Dateitypen filtern. Da würde ich mich sehr über Optimierungen freuen.

    Danke Dir für die Links. Ich würde auch nicht bestreiten, dass das ein Thema ist, aber dann doch in einer sehr kleinen Nerd-Bubble. Dadurch dürften kaum signifikante Verluste entstehen, wenn es überhaupt welche geben sollte, denn wohin sollten sie wechseln? Weil Signal den SMS-Support killt, sehe ich hier keine Chance, dass Threema irgendeinen Nutzerzuwachs generieren kann. Für große Zugewinne sehe bei Threema kaum eine Perspektive, zumindest nicht aus eigener Kraft. Vielleicht dann, wenn Signal einen größeren Datenskandal hätte.

    Sehr wahrscheinlich ändert sich das jetzt wieder, nachdem bald der SMS support rausfliegt. Das war einer der Hauptargumente Signal zu installieren, nämlich als Ersatz der SMS App. Dieses Argument fällt jetzt weg.

    Das halte ich doch für extrem unwahrscheinlich. Unter iOS spielt das Thema sowieso gar keine Rolle und auch unter Android ist SMS-Versand inzwischen ein Nischen-Thema. Da sind andere Faktoren doch viel entscheidender. Der Faktor, dass Signal kostenlos ist und außerdem der sozialpsychologische Faktor, dass es dort schon viele Kontakte gibt. Zumindest in meinem Umfeld ist Whatsapp der Standard und Signal der Messenger für höhere Datenschutzbedürfnisse. Das wird sich auch nicht dann verändern, wenn SMS nicht länger supportet werden.


    Viele User hier haben anscheinend noch selbst erlebt als Facebook Whatsapp übernommen hat und auch als die Leaks von Snowden kamen. Das waren jeweils Glanzzeiten von Threema und es gab sehr viele Wechselwillige oder zumindest Menschen, die Threema parallel installierten hatten. Das alles spielt im kollektiven Bewusstsein leider keine all zu große Rolle mehr. Inzwischen ist auch eine neue Generation erwachsen geworden, die das selbst nicht bewusst miterlebt hat. Mir fällt auch auf, dass es in meiner Threema Kontaktliste absolut niemanden gibt, der unter 30 wäre. Ein Großteil der Gen Z dürfte überhaupt nicht wissen, was Threema eigentlich ist und das ist sehr schade.

    "Quo vadis Threema?" finde ich grundsätzlich eine sehr spannende Frage. In seinen Anfängen konnte ich Threema noch vergleichsweise einfach an den Mann bringen. Threema war Ende-zu-Ende verschlüsselt und das bot Whatsapp nicht, viele andere Messenger ebenso wenig. Im Jahr 2022 ist Ende-zu-Ende Verschlüsselung eher der Standard als die Ausnahme. Technisch ist Threema noch nicht mal mehr der sicherste Messenger, siehe Perfect Forward Secrecy auf Nachrichtenebene beim Signal-Protokoll. Kein unwesentlicher Punkt bei einem Messenger, der sich als "der sichere Messenger" betitelt. Threema hat sich auch gefühlt sehr lange MultiDevice für überflüssig gehalten, was ihnen jetzt durchaus auf die Füße fällt. Immerhin war Threema mal den meisten anderen Messengern voraus, aber es hat sich leider nicht so entwickelt, dass es so geblieben ist. Gerade während Corona sind MultiDevice Fähigkeiten und damit etwa Videochats für Gruppen am Desktop deutlich wichtiger geworden. Das alles bietet Threema (noch) nicht. Im Gegenteil: Mit der neusten Version des Clients läuft unter iOS noch nicht mal mehr die Web Variante. Die Argumente sind inzwischen zusammengeschrumpft auf den Serverstandort und die fehlende Notwendigkeit einer Telefonnummer. Das ist mir persönlich durchaus wichtig, aber leider vielen anderen überhaupt nicht.


    That being said: Ich habe immer noch große Sympathien für Threema und freue mich, dass der Quellcode jetzt auch OS ist. Aus oben genannten Gründen sehe ich die Zukunft für Threema nicht düster, aber genauso wenig strahlend. Ich glaube und hoffe, dass es Threema noch lange geben wird, aber auch weiterhin in einer Nische. Eine Nische, die eher enger werden wird als weiter, weil es immer schwieriger wird neue User für Threema zu begeistern. Leider geben viele Menschen aus Prinzip kein Geld für Apps aus, ganz gleich wie gering der Betrag auch sein mag. Und zusätzlich dürften viele inzwischen deutlich mehr Kontakte bei Signal finden als bei Threema. Sollte Signal jemals die Registrierung ohne Telefonnummer erlauben, könnte es durchaus noch mal eng werden. Das ist in meinen Augen für viele User ein Grund Threema zu benutzen. Die ID gibt man eben schneller raus als seine Telefonnummer.

    Ich fand den Zeitplan sowieso schon sehr ambitioniert, wenn man bedenkt, wie lange Whatsapp für diese Funktion gebraucht hat und deren Manpower dürfte ungleich besser sein. Die ersten Gerüchte dazu gab es noch in der letzten Dekade und für eine breite Öffentlichkeit ist die Funktion erst seit Anfangen dieses Jahres verfügbar. Es wird bestimmt kommen, aber Threema hätte sich vielleicht nicht so weit aus dem Fenster lehnen sollen mit der Ankündigung. Das führt natürlich zu Frust bei vielen Usern.

    Menschen sind leider unheimlich träge und wechseln aufgrund von Skandalen nicht in sehr großer Anzahl. Sie wechseln nur dann mehrheitlich, wenn die Konkurrenz irgendwas entscheidend besser macht oder die größere Community hat. So wie damals von StudiVZ zu Facebook. Diese Funktion dürfte dann durch WhatsApp auch nicht ohne weiteres kopierbar sein, weshalb das wirklich sehr unwahrscheinlich ist. Ich wundere mich aber schon, warum den ollen Status von WhatsApp bislang niemand kopiert hat. Snapchat offensichtlich als Erfinder aber bei allen anderen fehlt er. Und das, wo Telegram doch sonst jede Funktion integriert.

    Ich beobachte auch, dass gerade sehr viele zu Signal strömen. Sicherlich einerseits, weil die App kostenlos ist aber andererseits auch, weil der „internationale Konsens“ fast immer ein us-amerikanisches Unternehmen ist. Und in Zeiten internationaler Vernetzung spielt es schon auch eine Rolle ob dort Freunde zu finden sind, die nicht aus einem

    deutschsprachigen Laden stammen.

    Klar, so was sind immer Strohfeuer, aber ich freue mich über jede Erschütterung der Macht. Grundsätzlich wird man die Massen niemals mit bloßem Datenschutz begeistern können. Telegram ist nicht umsonst so beliebt. Diese innovativen Funktionen hätten auch bei Threema oder Signal gelockt, aber leider sind beide funktional eher unterlegen. Außer, dass Signal inzwischen eine Art MultiDevice Support hat.

    Warum sollten sie das? Threema verifiziert doch ob jemand die App legal erworben hat. Zum Beispiel indem man unter Android einen Lizenzschlüssel eingeben muss, wenn die App aus dem Threema Store kommt. Über PlayStore und AppStore dürfte das im Hintergrund ähnlich laufen. Ein Fork kann nicht einfach die Serverinfrastruktur von Threema nutzen, wenn Threema das nicht will. Davon würde ich jedenfalls ausgehen. Bleibt die Möglichkeit, dass jemand sich den Quellcode schnappt und das auf eigener Infrastruktur an den Mann bringt. Damit würde man allerdings illegal handeln, weil die Lizenz das vermutlich gar nicht zulässt. Da kann sich einfacher bei den zahlreichen offenen Messengern bedienen, die teilweise als Goldstandard gelten in Bezug auf ihre Verschlüsselung (Signal).