Überwachungsfirma Cellebrite kann angeblich neuere iPhones knacken

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  • Überwachungsfirma Cellebrite kann angeblich neuere iPhones knacken

    Die israelische Firma ist nach eigener Angabe nun in der Lage, auf die Daten eines verschlüsselten iPhone 6 und iPhone 5s zuzugreifen. Cellebrite war jüngst selbst Opfer eines Hacker-Angriffs.

    Die Überwachungsfirma Cellebrite hat offenbar einen Weg gefunden, neuere iPhones zu entsperren und verschlüsselte Daten auszulesen. Die von der Firma angebotenen Advanced Investigative Services (CAIS) unterstützen nun das “rechtmäßige Entsperren und Extrahieren von Beweisen” bei iPhones bis hin zu iPhone 6 und iPhone 6 Plus, wie Cellebrites Forensikchef Shahar Tal auf Twitter mitteilte. Das zu entsperrende Gerät muss dafür an die Firma geschickt werden.

    Zugriff auch auf iPhones mit "Secure Enclave"

    Ob dabei auch ein Zugriff auf die aktuelle iOS-Version 10 möglich ist, bleibt unklar. Bislang zählte Cellebrite nur iPhones bis hin zu iPhone 5 und iPhone 5c mit maximal iOS 9 zu den unterstützten Geräten – mit iPhone 5s und iPhone 6 wären nun erstmals iOS-Geräte mit 64-Bit-Chip berücksichtigt. Apples A-Chip-Reihe setzt seit dem A7 des iPhone 5s auf den Koprozessor "Secure Enclave", der – neben der Verwaltung der Fingerabdruckdaten – auch den iOS-Bootvorgang weiter absichern soll.

    Das israelische Unternehmen bietet seine Dienste Strafverfolgungsbehörden und Regierungen weltweit an. Er sei stolz auf die Fortschritte, die sein Team gemacht habe sowie die “echte Gerechtigkeit”, für die man dadurch auf der ganzen Welt sorge, so Tal.

    Cellebrite selbst Opfer von Hacker-Angriffen

    Im vergangenen Jahr wurde spekuliert, dass Cellebrite dem FBI Zugriff auf das iPhone 5c des erschossenen Attentäters von San Bernardino verschafft hat. Die US-Bundespolizei wollte ursprünglich Apple dazu zwingen, durch die Schwächung von iOS-Sicherheitsmechanismen bei der Entsperrung zu helfen – der Konzern lehnte dies ab. Das FBI nahm schließlich die Dienste bislang ungenannter Dritter in Anspruch. US-Medien versuche derzeit mit einer Klage in Erfahrung zu bringen, wie viel Geld dafür geflossen ist.

    Hacker haben jüngst Cracking-Tools von Cellebrite veröffentlicht, die offenbar auch den Zugriff auf ältere iPhones ermöglichen. Der Code ähnelt gängigen aus der Jailbreak-Szene bekannten Tools, hieß es. Der Hacker erklärte, es sei wichtig zu demonstrieren, dass derartige Software-Werkzeuge zum Knacken von Smartphones stets in die Hände Dritter gelangen – wenn sie erst einmal existieren. Zuvor hatten Angreifer einen 900 GByte schweren Datensatz veröffentlicht, der ebenfalls von einem Server der Firma stammen soll. (lbe)

    Quelle