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Das ist der Hammer: real,- | Gesichtserkennung im Supermarkt
#31
(02.06.2017., 20:39)Mogli schrieb: Ich denke, man kann einen Lebensmittelladen (wo ich Produkte für's tägliche Leben kaufe) nicht mit einer IT-Firma vergleichen. [...] Bei Threema kann ICH frei entscheiden ob ich meine Telefonnummer / Email angebe oder nicht! Zwincker

Ja, der Vergleich ist nicht ganz einfach. Ich vergleiche hier IT-Firma X, die Kameradaten auswertet, mit IT-Firma Y, die Daten (in ihrer App) transferiert. Sicher, der Sachverhalt, wie diese Daten ermittelt werden, ist ein anderer. Die Threema-App kann mit den Berechtigungen die sie hat tun und lassen was sie will. In beiden Fällen liegen also irgendwelche persönlichen Daten vor - auf deinem Smartphone vermutlich sogar noch wesentlich wertvollere Daten. Der Knackpunkt ist, dass du Threema in dem Punkt vertraust (bezüglich deren Versprechen), aber der Firma, die diese Kameradaten auswertet (auch bezüglich deren Versprechen) nicht.

(02.06.2017., 20:39)Mogli schrieb: [...] Jede Firma die ungefragt Daten erhebt ist für mich absolut dubios und unseriös, egal ob das ein Supermarkt oder sonst eine andere Firma ist. [...] und dann lass mal den nächsten Terroranschlag kommen und du kannst darauf warten, dass die Politiker danach schreien: "Wir wollen Zugriff auf die Daten!" [...]

Das ist der Punkt: Ich glaube, du diskutierst über den Aspekt, dass du überhaupt aufgenommen wirst während es mir um den Aspekt geht, wo das Problem liegt, wenn diese Daten nun zusätzlich noch analysiert und die daraus resultierenden Daten anonymisiert (hier muss man hellhörig werden - anonymisieren ist ein heikles Thema) gespeichert werden. Die Kameras gibt es sowieso schon seit etlichen Jahren, insofern ist das für mich in dieser Diskussion uninteressant (was nicht heißt, dass ich es befürworte).

(02.06.2017., 22:06)rugk schrieb: Um einen besseren Vergleich zu bringen: Benutzt du Trackingblocker im Browser? Warum?
Wenn ja, würdest du die auch benutzen, um eine Nutzerauswertung (Eye-Tracking oder so) via Webcam zu verhindern, würde dies so eingesetzt werden?

Finde ich sehr schwer zu vergleichen, da es sich ja a) um mein eigenes Gerät handelt und b) mein Notebook sich in der Regel in einem privaten, besonders schützenswerten Umfeld befindet.

(02.06.2017., 22:06)rugk schrieb: Genau das gleiche wäre es doch in dem Fall. Nur kannst du nicht so einfach einen Blocker verwenden. Hier passiert eine Sammlung und Auswertung deiner Daten (schnell, okay, aber naja…) und du musst wissen, ob du das willst. [...]

Die Daten liegen sowieso schon vor. Jetzt werden aus ihnen nur noch andere Resultate gezogen. Würde Twitch beispielsweise anfangen, Daten von Streamern zu erheben (wie lange wird in die Kamera geschaut, wie aufgeregt ist die Person - z.B. durch Ermittlung des Pulses), dann wäre das für mich in Ordnung, solange es anonymisiert wird. Streamer befinden sich in einem virtuellen, öffentlichen Raum.

(02.06.2017., 22:06)rugk schrieb: [...] Und Werbefirmen (echion im Artikel macht Raum/Tongestaltung und anderes auch zur "digitalen Kommunikation" – und das nicht von Kunde zu Kunde  Grinsen ) würde ich da nicht unbedingt das vollkommen sicher zutrauen.

Ach, komm, mittlerweile kann sich keine Firma einen derartigen Imageschaden leisten, sodass entsprechend Leute eingekauft werden, die Ahnung haben.

(02.06.2017., 22:06)rugk schrieb: Der Vergleich ist etwa so wie: Na wenn ihr von Threema eine sichere Datenkommunikation erwartet, warum erwartet ihr das nicht von WhatsApp? Die verschlüsselst doch auch e2e… (Gleiches kann man auch auf die Kontakte anwenden.) Und ich glaube dieses Thema brauchen wir hier nicht noch einmal anzuheizen.

Sicher ist der Vergleich provokativ. Ich sage ja nicht, dass du jeder Firma explizit trauen sollst, sondern dass es eventuell auch nicht nur schwarze Schafe gibt. Es ist noch gar nicht bekannt, ob diese Firma ihre Versprechen einhält, aber es wird direkt vom Daten-GAU ausgegangen. Diese grundsätzliche Haltung finde ich schädlich, wenn auch teilweise nachvollziehbar.
Auf Messaging übertragen bedeutet das, dass Threema gar nicht sicher sein kann, weil sie ihre Versprechen nicht einhalten werden. Bei WhatsApp ist zusätzliches Wissen verfügbar: Wir wissen, dass das eigene Telefonbuch durch deren Server geblasen wird.
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#32
(03.06.2017., 12:34)lgrahl schrieb: Es ist noch gar nicht bekannt, ob diese Firma ihre Versprechen einhält, aber es wird direkt vom Daten-GAU ausgegangen. Diese grundsätzliche Haltung finde ich schädlich, wenn auch teilweise nachvollziehbar.

Das ist doch der Unterschied zwischen Vorsorge und Nachsorge Prinzip. In der EU muss garantiert werden, dass Produkte vorher die vorgegebenen Bedingungen einhalten (bspw. Auswirkungen auf Gesundheit ausgeschlossen werden), während in den USA ein Produkt auf den Markt geworfen werden darf, dessen Auswirkungen später begrenzt werden sollen. Also es muss erst Schaden entstehen, bevor eingegriffen wird.
Finde das Prinzip der Nachsorge schädlich und teilweise ist es sogar tödlich!
Die Systeme müssen bereits vorher so ausgelegt werden, dass kein Missbrauch möglich ist, oder viele Kontrollinstanzen dazwischen sitzen. Da muss man sicherlich auch wieder grundsätzlich fragen, ob Videoüberwachung überhaupt notwendig ist, aber zumindest sollte das Gerät technisch nicht in der Lage sein eine Analyse zu betreiben - reine Aufnahme und Löschen innerhalb von 48 Stunden. Dann würden wir der Vorsorge näher sein, alles andere öffnet Missbrauch Tür und Tor - und sind wir mal nicht naiv - wenn etwas Geld bringt wird meistens gemacht was gemacht werden kann, die Ethik steht weit hinten an. Das ist die Erfahrung, insofern sind die Ängste m.M. nach durchaus begründet und angebracht.
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#33
(03.06.2017., 12:25)Anton schrieb: Leider werden viele sogenannte technologischen Fortschritte gern als Nutzen für die Allgemeinheit verkauft, letztlich nützen sie in allererster Linie dem Verkäufer.

Das nennt man Marktwirtschaft. Da steht das wirtschaftliche und nicht zuletzt finanzielle Interesse immer automatisch im Vordergrund.

Aber diese Diskusssion bewegt sich inzwischen in eine völlig falsche Richtung. Von einem "Daten-GAU" war hier nie die Rede, lgrahl!
Vielmehr das ungefragte Erfassen und verarbeiten biometrischer Daten im Kassenbereich war und ist hier Gegenstand der Diskussion.

EDIT:
Dieses fragwürdige Marketing-Instrument hat man ganz sicher nicht zufällig im Kassenbereich positioniert. In diesem bekanntlich räumlich sehr engen Bereich hat der Supermarktkunde praktisch gar keine Möglichkeit sich dieser Daten-Erfassung zu entziehen. Und NEIN, der lapidare Hinweis "Dieser Markt wird videoüberwacht" läßt nicht automatisch darauf schließen, dass ich nach meinem Einkauf im Kassenbereich biometrisch erfasst werde und diese Daten dann, wie auch immer, irgendwie, irgendwo und von irgendwen weiterverarbeitet werden.
Der Haken: Bezahle ich meinen Einkauf mit EC- oder Kreditkarte, wäre es ein Kinderspiel den Umfang meines gesamten Einkaufes, plus biometrisch erfasste Daten meiner Person, plus meine EC- oder Kreditkartendaten, plus Zeitstempel zu kombinieren.
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#34
Passt nicht genau zum Thema, ich find es aber gut..

http://m.spiegel.de/kultur/gesellschaft/...50029.html

Gesendet von meinem D5503 mit Tapatalk
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#35
(03.06.2017., 17:49)Miaz schrieb: Passt nicht genau zum Thema, ich find es aber gut ...
Code:
http://m.spiegel.de/kultur/gesellschaft/kolumne-von-sibylle-berg-zu-ueberwachung-im-internet-ein-rudel-dicker-maenner-a-1150029.html

Passt gut. Danke Miaz!

Hier noch der Shortlink zur verlinkten Webseite: http://kurzelinks.de/783x
Code:
http://spiegel.de/kultur/gesellschaft/kolumne-von-sibylle-berg-zu-ueberwachung-im-internet-ein-rudel-dicker-maenner-a-1150029.html
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#36
(03.06.2017., 14:16)3ma schrieb: Das nennt man Marktwirtschaft. Da steht das wirtschaftliche und nicht zuletzt finanzielle Interesse immer automatisch im Vordergrund.

Dazu kommt allerdings ein relativ neues Phänomen namens Plattformkapitalismus, bei dem der größte immer gewinnt.
Erinnern wir uns zurück an Lokalisten, StudiVZ, an Lycos, Yahoo, an MSN, ICQ und Co. Es gab eine Fülle an Diensten und heute heute sind genau zwei (drei mit Amazon) übrig geblieben. Dadurch dass die größten Plattformen heute sowohl über ausgeprägte Algorithmen verfügen, die wie feinste Sensoren kleinste Veränderungen erspüren, als auch über unvorstellbar viel Geld, können sie schnell eine Funktion ergänzen oder dazu kaufen, um so ein Abwandern zu verhindern.
Das ist mittlerweile alles andere als ein Markt und nur noch schädlich für Wirtschaft und Gesellschaft - aber ich fürchte das interessiert keinen, solange free WiFi für 'free Google und Facebook' zur Verfügung steht. Prost.
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#37
Gesichtserkennung:
So rüsten Supermärkte im Kampf mit dem Onlinehandel auf


Die Gesichtserkennung bei Real sorgt für Aufregung, doch längst lassen auch andere deutsche Einzelhändler ihre Kunden durchleuchten - und eifern damit der Konkurrenz aus dem Internet nach.

Hier gehts zum Beitrag
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#38
(02.06.2017., 20:39)Mogli schrieb: ..Ich habe das "dubios" deswegen in Klammern gesetzt, weil ich diese Firma nicht kenne und auch wenn die Firma absolut seriös wäre, möchte ich nicht ungefragt aufgenommen und ausgwertet werden, auch nicht 1ms, von NIEMANDEM!...

Dann wirst Du wohl kaum noch am öffentlichen Leben teilnehmen können.

Keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, den Strassenverkehr meiden, Touristenmengen weiträumig meiden, keine Fussgängerzonen, keine Tankstelle, keine anderen Geschäft, etc. etc.

Irgendwo ist immer eine Kamera auf Dich gerichtet und Du hast keinen Einfluss auf die damit geschossenen Bilder.
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#39
(05.06.2017., 12:38)threemat schrieb: ... Keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, den Strassenverkehr meiden, Touristenmengen weiträumig meiden, keine Fussgängerzonen...

Zum Glück gibt es ja noch öffentliche Unternehmen, bzw. öffentlich kontrollierte Unternehmen. Für die Überwachung des öffentlichen Raumes sind bisher ja zum Glück noch kaum private Unternehmen zuständig und da kann man bisher noch überwiegend davon ausgehen, dass es keinen Missbrauch gibt.
Gehe ich in ein Kaufhaus, dann sieht das natürlich anders aus, aber das bleibt ja noch mir überlassen.
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#40
(05.06.2017., 12:38)threemat schrieb: Keine öffentlichen Verkehrsmittel benutzen, ..., keine Tankstelle, ..., etc. etc.

"Tankstelle" ist ein schönes Beispiel. Da hat man sich über die Jahre inzwischen an die Video-Überwachung gewöhnt, die dort aber tatsächlich zweckgebunden und ausschließlich dem Diebstahlschutz dienen dürfte. Wer schon mal in den USA war, kennt das vielleicht anders. Dort zahlt man per Kreditkarte direkt an der Zapfsäule oder sie bleibt gesperrt und man "bittet" damit den Kunden zur (Vor)Kasse. Habe ich meine 10,- bis 20,- US$ beim Personal an der Kasse hinterlegt, darf ich tanken. In Luxemburg haben die Ausfahrten der Tankstellen, zumindest die in unmittelbarer Autobahnnähe, Schranken. So kann man's natürlich auch machen.

(05.06.2017., 12:38)threemat schrieb: Irgendwo ist immer eine Kamera auf Dich gerichtet und Du hast keinen Einfluss auf die damit geschossenen Bilder.

Das ist absolut richtig. Die Video-Überwachung wird in Zukunft, da muß man - glaube ich - kein Prophet sein, noch deutlich zulegen. Man sollte (und darf) dabei halt nicht vergessen, dass es eben auch verschiedene "Qualitäten" der Überwachung gibt. Die über einen Werbemonitor realisierte biometrische Kunden-Erfassung und -Verarbeitung (in welcher Form und in welchem Umfang auch immer) im engen Kassenbereich einer Supermarktkette ist eine ganz andere "Qualität der Überwachung", da sind wir uns - denke ich - weitgehend einig.
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#41
Dieser Thread bringt mich zu Anonymous und deren Masken. Man sollte wirklich sowas bringen, einen Gesichts- / Mimikschutz mit dem Titel "Unidentified Consumer" oder Ähnliches. Oder einen Pin zur Maske mit einem QR Code drauf, der den blöden Supermarkt auf eine Website der "Unidentified Consumers" leitet. Whatever, unausgegorenes Zeug, aber ich bin grad Bombe
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#42
(05.06.2017., 15:49)m-a-m schrieb: Man sollte wirklich sowas bringen, einen Gesichts- / Mimikschutz mit dem Titel "Unidentified Consumer" oder Ähnliches. Oder einen Pin zur Maske mit einem QR Code drauf, der den blöden Supermarkt auf eine Website der "Unidentified Consumers" leitet.

Extreme Freude Extreme Freude JA!! Geniale Idee!! Extreme Freude Extreme Freude

Daran habe ich auch schon gedacht. Das birgt aber dann leider auch die Gefahr, dass man im Supermarkt mal schnell vorübergehend verhaftet wird, weil das Personal und nicht zuletzt die Marktleitung diesen Gesichts-/Mimikschutz als potenzielle Straftat-"Verschleierung" versteht.

Die vorerst besten und einfachsten Präventivmaßnahmen:
  • Supermarktkette/n meiden
  • Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen, so vielen Leuten wie nur möglich davon erzählen
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#43
Das Risiko besteht ohne Zweifel. Aber sobald das mal in der Tagesschau war, wird die Verhaftungswelle abebben Tränen lachen 
Ich finde einfach, dass es reicht mit den elektronischen Fußfesseln für Alle. Ich will nicht, daß der zu mir passende "m-a-m Algorithmus" mir den Sonderpreis für die von mir bevorzugte Kartoffelsorte übern Lautsprecher einsäuselt, mir anbietet, dass das Zeug auch gleich nach Hause gebracht werden könnte, oder auch gut dies oder das dazu passen würde. Ich hasse so eine Scheiße, ich kann und will selber denken und handeln und nicht zum Consumerzombie degenerieren. (Ich schäume so vor mich hin). Ich zahle im Supermarkt auch nur bar, habe stets NFC ausgeschaltet und sammle keine verfickten Treupunkte von irgendwem. Aaaaarrrrghh!
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#44
(05.06.2017., 16:24)m-a-m schrieb: Aber sobald das mal in der Tagesschau war, wird die Verhaftungswelle abebben Tränen lachen 
Wir sind dann alle potenzielle Terroristen und Schwerstverbrecher und die Masken werden dann einfach verboten! Zwincker
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#45
Ja, dann sind wir alle Terroristen. Fast. Denn in einem kleinen gallischen Serverrack... (hust)
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