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Telefonüberwachung in der heutigen Zeit
#1
Hallo Forenmitglieder,

angesichts der Verfügbarkeit von verschlüsselten Messengern heutzutage frage ich mich, wie es nunmehr mit der üblichen Telefonüberwachung zwecks Strafverfolgung praktiziert wird. Ich meine damit, wer denn so blöde ist und diskutiert über krumme Themen am Telefon, wenn die Alternative über verschl. messengern besteht. Selbstverständlich sind WhatsApp oder Threema für Ermittlungsbeamte ein Dorn im Auge. Mich würde deshalb rein interessieren, ob es seit der Einführung von verschlüsselten Kommunikationsmitteln zu (Massen-)Entlassungen bei der Polizei, etc. gekommen ist und ob somit die Gefängnisse nicht mehr so voll wie früher sind.
Andererseits frage ich mich, wie es sein kann, dass sich das Justizsystem geschlagen gibt und von Anfang an die Regierung nicht eingeschritten hat, um die Vorfreude der Kriminellen zu vermasseln.

Gruß
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#2
Da gibt es einiges:
https://de.wikipedia.org/wiki/Vorratsdat...edung_2015
https://netzpolitik.org/2016/bundesregie...-schaffen/
Allgemein alles was mit Krypto Wars bezeichnet wird. Wobei die aktuelle Version gerne als Crypto War 3.0 bezeichnet wird, da es auch schon einige gab. (der englische Wikipedia-Artikel ist da ausführlicher)

Zu Telefonüberwachung (fachlich und allgemeiner Telekommunikationsüberwachung/TKÜ) an sich gibt es einen Wikipedia-Artikel, insbesondere auch einen zu der präventiven Version davon (also ohne Verdacht).

(13.01.2017., 20:45)infinity schrieb: Mich würde deshalb rein interessieren, ob es seit der Einführung von verschlüsselten Kommunikationsmitteln zu (Massen-)Entlassungen bei der Polizei, etc. gekommen ist und ob somit die Gefängnisse nicht mehr so voll wie früher sind.

Ach und dazu: HAHA  Als hätte das so einen riesigen Effekt…
Erstens lässt es sich nicht genau datieren (Verschlüsselung gab es ja nicht von heute auf morgen, die gab es auch schon immer - und wer wirklich untertauchen wollte hat sie auch schon immer benutzt) und zweitens wird wohl nur für ein kleiner Teil der Verbrechen auf Telekommunikationsüberwachung o.ä. zurückzuführen sein.

DIe aktuelle Reaktion ist ja dann einfach die Verschlüsselung zu umgehen, indem man sog. Quellen-TKÜ benutzt, sprich Staatstrojaner.
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#3
Nun habe ich schon gehört, dass es eine Art Abhörsoftware gibt, die Aufzeichnung des Handys auch im Ruhezustand ermöglicht und die Verschlüsselung umgehen kann. Doch die Frage ist, wie die entsprechende App überhaupt draufkommt. Mir fällt nur die Möglichkeit ein, wenn die Poilzei im Rahmen eines Strafverfahrens das Handy sicherstellt und später herausgibt.

Und kann wirklich keine einzige premium Anti-Virensoftware den Trojaner erkennen?
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#4
Jedes Handy hat grob gesagt 2 Betriebssysteme: ein sichtbares wie IOS/Android/WindowsPhone und ein verstecktes von dem der Nutzer nix mitbekommt und keinen Zugriff hat - das "Baseband".

Deine Virensoftware nützt da gar nix, wenn jemand auf die untere Ebene Zugriff hat.

Da hilft nur noch Akku raus - ups, geht ja bei den neuen gar nicht mehr. Na sowas aber auch...
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#5
Interressant ist dabei folgendes:

https://de.wikipedia.org/wiki/SELinux
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#6
@Anton

ich bin wahrscheinlich zu blöd dafür ... ist SELinux jetzt ein mehr an Sicherheit für den Endnutzer oder ein mehr an Zugriffsmöglichkeit für Externe?
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#7
Ja das ist wohl eine Glaubensfrage.
Gibt ja unterschiedliche MAC basierte Sicherheitsframeworks. Ob die sich bei Android Smartphones so einfach tauschen lassen weiß ich nicht.
Hab nur noch schon oft darüber gelesen und wollte das mal in die Runde werfen, vll wissen die Informatiker hier im Forum ein wenig mehr?
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#8
SELinux ist ein Technik zur Erhöhung der Sicherheit von Linux-Systemen durch Zugriffskontrollen. So steht es auch bei Wikipedia. Das kann man bei allen Linux-Systemen installieren, aber bei Android ist es eben auch gleich mit fest eingebaut.
Und das hat mal gar nichts mit Baseband oder Telefonüberwachung zu tun (außer, dass es Angriffe vlt. schwerer macht).

(23.01.2017., 14:40)infinity schrieb: Doch die Frage ist, wie die entsprechende App überhaupt draufkommt.

Da gibt es doch viele Wege. Meistens installiert sie der Nutzer selbst (Stichwort: Trojaner, Phishing, …) oder auch durch Schwachstellen (allgemein Drive-by-Downloads, bei Android: Stagefright,  …)
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#9
@rugk, wurde ja trotzdem ursprünglich von der NSA entwickelt.
Auch Kuketz schreibt in seinem Teil "Linux härten", dass er lieber anderen Sicherheitstechniken vertraut als SELinux.

Mit der Baseband hat das nichts zu tun das ist klar.
Aber du bist dir sicher, dass diese 'Technik' keinerlei Zugriff oder Überwachung dient?
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#10
(25.01.2017., 04:31)Anton schrieb: @rugk, wurde ja trotzdem ursprünglich von der NSA entwickelt.
Ja teilweise. Dennoch ist das Projekt ja Open-Source, reviewed. Und da kann jeder mitmachen - wie bei jedem anderen Open-Source-Projekt auch. So könnte auch jeder theoretisch versuchen bei jedem Open-Source-Projekt Hintertüren oder so einzuschleusen.
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