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Überwachungsoffensive: Innenminister fordert Vorratsdatenspeicherung für Messenger
#1
Ein Anti-Terror-Paket jagt das nächste. Das Innenministerium will jetzt die Vorratsdatenspeicherung auf soziale Medien und Messenger-Dienste ausweiten. Bei der Videoüberwachung soll Gesichtserkennung erlaubt sein, die direkt mit Fahndungsdatenbanken abgeglichen wird.

[Bild: messenger-whatsapp-730x389.jpg]

https://netzpolitik.org/2016/innenminist...le-medien/
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#2
Ich finde ja, dass es eine riesige Sicherheitslücke im Bezug auf Terrorismus bildet, dass beim Briefversand der Absender anonym bleiben kann. Man sollte doch bei der Abgabe eines Briefes seinen Ausweis vorlegen müssen. Dies hilft der Polizei böse Leute zu fangen, die mit ihren Terroristen-Freunden Briefe schreiben
*ironie off

Aber wenn so ein Gesetz durch gebracht werden würde, würde vielen Leuten wahrscheinlich klar werden was hier läuft und das eine solche Überwachung ihre Freiheit extrem Einschränkt. Aber wenn man ja nichts zu verbergen hat...
In der Türkei war es vor paar Jahren auch noch nicht verboten Kontakt mit der Gülen-Bewegung zu haben und jetzt?
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#3
Was ich immer nicht kapiere: inwiefern fallen Leute darauf rein?
Es heißt doch, dass das IM das tut, um Wähler zufrieden zu stellen. Welche Wähler?
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#4
(12.08.2016., 12:04)Anton schrieb: ...Es heißt doch, dass das IM das tut, um Wähler zufrieden zu stellen. Welche Wähler?


Davon abgesehen, dass jeder Wahlberechtigte ein potenzieller Wähler ist, lässt sich anhand der Umfragewerte auch ungefähr festmachen, "welche Wähler" gemeint sind.
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#5
Die Politik erscheint mir lernresistent. Es geht auch lange nicht mehr "nur" um Terrorismus. Es geht darum möglichst viel/alles über das eigene Volk zu wissen. Es geht letztlich um Machterhalt durch Kontrolle. Kontrolle wird mit grundrechteeinschränkender Durchleuchtung aller erreicht. Ein Armutszeugnis für die Demokratie in Deutschland.

Hinsichtlich der VDS für Messenger. Dazu müssten die Messenger z.B. Threema ja eine Hintertür einbauen, den aktuell ist es technisch ja nicht möglich. Da Threema aber nicht unter dt. Gesetzgebung fällt können sie nicht dazu gezwungen werden. Wie möchte die Regierung in D. also verbieten, dass Threema in seiner VDS-feindlichen Architektur genutzt wird? Ein Downloadverbot bei Apple für den dt. AppStore erwirken?

Alles leider ziemlich lächerlich. De Maizière ist mittlerweile eine größere Gefahr für die Gesellschaft als das er ihr nutzt.
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#6
Kann man Threema abschalten, also blockieren?
So wie Brasilien das immer mit WA macht?
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#7
(18.08.2016., 17:26)Doppellhelix schrieb: Kann man Threema abschalten, also blockieren?
So wie Brasilien das immer mit WA macht?

Vermute mal da werden Netzwerkadressen von den Providern gesperrt, wie bspw. threema.ch, somit wären vermutlich die Server nicht mehr adressierbar.
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#8
(19.08.2016., 20:50)Anton schrieb: Vermute mal da werden Netzwerkadressen von den Providern gesperrt, wie bspw. threema.ch, somit wären vermutlich die Server nicht mehr adressierbar.


Das konnten wir ja schon vor einiger Zeit sehen, als O2 ein falsches Routing benutzt hat und threema aus dem O2 Netz nicht mehr erreichbar war.

Das lässt sich relativ einfach realisieren, wenn man die Provider auf seiner Seite hat.
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#9
Könnte man in so nem Fall per VPN die Sperrung überlisten?
Es gibt ja verschiedene VPN Anbieter, die den gesamten Datenverkehr direkt über ein anderes Land routen.
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#10
(20.08.2016., 06:30)Doppellhelix schrieb: Könnte man in so nem Fall per VPN die Sperrung überlisten?
Es gibt ja verschiedene VPN Anbieter, die den gesamten Datenverkehr direkt über ein anderes Land routen.

Ja, klar. Solange du das VPN sowohl im WLAN als auch im mobilen Netz nutzen kannst.
Genau deswegen sind ja solche Blockaden auch sinnlos: Wer will, kann sie einfach umgehen.

Theoretisch könnte die Blockade auch noch einfacherer mit falschen DNS-Antworten (des DNS-Servers der Provider) erfolgen. Hier sind sie jedoch noch einfacher umgehbar: Einfach einen anderen DNS-Server einstellen.
Praktisch angewendet wurde dies zum Beispiel in der Türkei als dort beispielsweise Twitter, YouTube & co gesperrt wurden. Die Leute weichten auf die Google DNS-Server aus. Daraufhin wurden die DNS-Anfragen an diese dann abgefangen. Und an dieser Stelle könnte man dann wieder mit dem Proxy ansetzen.
Sogar Chinas Great Firewall kann ja überwinden. Auf greatfire.org gibt es darüber mehr Informationen.
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#11
Mich würde mal interessieren, wie das umgesetzt werden soll...

Zitat:Es sei notwendig, Lösungen zu finden, um effiziente Ermittlungen zu ermöglichen, dabei aber zugleich die Verfügbarkeit sicherer Verschlüsselungssysteme zu gewährleisten.

http://www.heise.de/newsticker/meldung/J...02594.html
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#12
(18.08.2016., 12:25)Metropolis schrieb: Dazu müssten die Messenger z.B. Threema ja eine Hintertür einbauen, den aktuell ist es technisch ja nicht möglich. Da Threema aber nicht unter dt. Gesetzgebung fällt können sie nicht dazu gezwungen werden. Wie möchte die Regierung in D. also verbieten, dass Threema in seiner VDS-feindlichen Architektur genutzt wird?

Ähm... Wer sagt denn, dass in diversen Messengern kein Hintertürchen eingebaut werden kann oder ist? (auch in Threema... wenn auch nicht so einfach wie in Cloudlösungen...)
IMHO sind die Schweizer behörden auch nicht zimperlicher als die Deutschen.
Ich würde für niemanden die Hand ins Feuer legen...

Klar können auch Bösewichte alle Messenger nutzen.
Ich bin auch gegen Terrorismus. Aber ich bin auch gegen Ausspionieren der Privatsphäre... Jede Münze hat 2 Seiten.
Allerdings denke ich eher, dass die ganz Bösen eher keine Standard-Messenger benutzen werden.
Deshalb alle User unter Generalverdacht zu stellen und Alle auszuspionieren wäre nur ein Vorwand.

Das Beispiel mit "anonym Briefe schreiben" finde ich lustig ... wenn auch unzutreffend.
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#13
Zitat:Sommer der inneren Sicherheit: Was die Innenminister von Frankreich und Deutschland wirklich fordern

Das von den Innenministern de Maizière und Cazeneuve vorgestellte Gesamtpaket ist harter Tobak für Grund- und Freiheitsrechte in Europa. Wir haben die netzpolitisch relevanten Punkte der Erklärung analysiert – von der Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung bis hin zur Einführung von Uploadfiltern.
https://netzpolitik.org/2016/sommer-der-...h-fordern/

dazu: Science-Fiction-Visionen des Bundesinnenministers
Mehr Videoüberwachung an Bahnhöfen und Flughäfen und „intelligente Systeme“ mit Gesichtserkennung – dieses alte Rezept holte Bundesinnenminister de Maizière als angebliches Heilmittel im Kampf gegen den Terror nun wieder aus der Trickkiste. Wir haben uns angesehen, was Gesichtserkennungssysteme heute zu leisten imstande sind. Und haben dem Bundesinnenministerium einige Fragen gestellt.

Beides lässt nicht erkennen, wie terroristische Anschläge durch Gesichtserkennung früher erkannt oder verhindert werden. Statt dessen sind jedoch andere – bedenkliche – Schlussfolgerungen über die eigentlichen Absichten des Ministers möglich …
cives.de
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