Warum hat Threema im Gegensatz zu Signal keine Altersbeschränkung?

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  • Zunächst, um keine Misverständnisse aufkommen zu lassen:
    Ich finde es gut, dass Threema keine(!) Altersbeschränkung hat.


    Kurzer Hintergrund:

    Unsere 10-jährige Tochter hat neulich von ihrem Verein einen Zettel zum Unterschreiben mitbekommen. Darin sollten wir erlauben, dass unsere Tochter in eine WhatsApp Gruppe aufgenommen wird. Unsere Tochter hat allerdings kein WhatsApp und das soll auch so bleiben. Entsprechend wollten wir eine Mail an die Vereinsleitung schreiben, in welcher wir darauf hinweisen, dass WhatsApp eigentlich erst ab 16 Jahren erlaubt ist und wir WhatsApp auch aus Datenschutzgründen ablehnen. Als Alternative wollten wir Signal vorschlagen, da dieser Messenger sehr sicher ist, und nichts kostet. Wir dachten, es ist schon schwierig genug Leute dazu zu bewegen "noch einen Messenger" neben WhatsApp (und oft auch noch Telegram) zu installieren. Und wenn er dann auch noch etwas kostet... (Ihr kennt dieses Problem ja sicherlich selbst.) Allerdings mussten wir dann feststellen, dass auch Signal erst ab 13 Jahren legal ist und übrig bleib als einziger Messenger nur noch Threema, welcher offenbar keine Altersberschränkung hat.

    Die Eltern einer Freundin unserer Tochter haben dem Gruppendruck bereits nachgegeben und ihrem 10-jährigen Kind neben Threema auch noch WhatsApp installiert. Unsere Tochter ärgert sich nun sehr darüber, dass wir da so stur sind und sie damit ausgrenzen, dass wir ihr kein WhatsApp erlauben. Das Thema hatten wir schon, als ihre Lehrer (in der 5. Klasse!) der Bequemlichkeit halber Arbeitsblätter mal eben schnell von Schülern abfotografieren und per WhatsApp herumschicken ließen. Hier konnten wir mit unserer Beschwerde dafür sorgen, dass diese Praxis aufhörte. Aber jetzt kam das Thema eben wieder auf.

    Bitte nicht falsch vestehen. Wir mögen Threema sehr gerne und es ist auch unser Haupt-Messenger in unserer Famlie. Allerdings bezweifeln wir, dass die Vereinsleitung nun alle Mitglieder auffordern wird, sich Threema zu kaufen und zu installieren. Und falls doch, dann bezweifeln wird, dass auch alle Mitglieder sich eine Lizenz kaufen werden, auch wenn diese nur den Preis einer Portion Eis hat. Ich sehe schon viele Eltern sich darüber beschweren, dass sie genötigt werden Geld für einen weiteren Messenger auszugeben. Wir sind nun gespannt, was als Antwort zurück kommen wird, denn eigentlich kann man doch Eltern nicht dazu nötigen, Nutzungsbedingungen absichtlich zu verletzen.


    Meine Frage ist nun, warum hat Threema keine Altersbeschränkung und Signal schon? Liegt es daran, dass man bei Signal seine Telefonnummer bekannt geben muss? Oder gibt es andere Gründe?


    Falls es tatsächlich "nur" die Telefonnummer sein sollte, dann besteht nämlich Hoffnung, dass das Mindestalter für Signal entfällt, sobald man auch da nicht mehr zwingend die Telefonnumer bekannt geben muss (daran wird aktuell wohl gearbeitet). Falls die Umstellung auf Threema nicht klappt (wovon wir leider ausgehen müssen), dann könnten wir entsprechend einen neuen Versuch starten, sobald Signal keine Altersbeschränkung mehr haben sollte.

  • JonnyDee

    Hat den Titel des Themas von „Warum hat Threema im Gegensatz zu Signal keine Altersbschränkung?“ zu „Warum hat Threema im Gegensatz zu Signal keine Altersbeschränkung?“ geändert.
  • Hallo JonnyDee,


    ich zitiere einfach mal die Threema Website:

    Es wird also nur unter "Anonymer" Anmeldung möglich, Threema in jedem Alter zu nutzen.

  • Hallo JonnyDee,


    ich zitiere einfach mal die Threema Website:

    Es wird also nur unter "Anonymer" Anmeldung möglich, Threema in jedem Alter zu nutzen.

    Hallo tommz,


    danke für die schnelle informative Antwort. Das freut mich zu lesen, denn dann besteht ja noch Hoffnung, dass man auch Signal bald ohne Altersbeschränkung nutzen kann. Sollte sich Threema als Messenger für Kinder in Schulen/Vereinen durchsetzen, dann wäre das natürlich das i-Tüpfelchen :)

  • Gerne doch. Threema wird sicher immer etwas in der Niesche Beiben. Was jedochlaut Entwickler "gewollt" ist.

    Bei Signal wird es sicher noch einige Zeit benötigen, bis dort etwas für alle Nutzer vorhanden ist. Aber sie sind auf dem Weg.
    Wobei ich sagen muss, das Signal bei mir weniger Nutzer als Threema hat. Jedoch ist meinem Freundeskreis und bekannten der Datenschutz auch völlig egal. Ein paar haben netterweise Threema installiert. Ansonsten haben die meisten Telegram.

  • Hallo schlingo,


    danke füt den Willkommensgruß 😊


    Ich kannte die Threema FAQ schon. Daher wusste ich ja auch, dass Threema keine Altersbeschränkung hat. Und ja, da steht auch, dass man unter 16 die Zustimmung der Eltern braucht, wenn man eine Telefonnummer oder eine E-Mail mit der Threema ID verknüpfen möchte. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob das so Gesetz ist, oder ob es schlicht die Konditionen für Threema sind, die von der schweizer Firma so festgelegt wurden.


    Danke auf jeden Fall für die schnelle Antwort 🙂

  • Wenn der Mitgliedsbeitrag für den Verein nicht die einmalige Investition von 4 Euro zulässt, finden sich vielleicht ein paar "Gönner", denen es einmalig nen Zwanziger (5 Lizenzen) wert ist, dem Verein eine datenschutzfreundliche Kommunikationslösung anzubieten.


    Unter Nutzung einer der immer wiederkehrenden Rabattaktionen dementsprechend mehr Lizenzen.

  • Kurzer Hintergrund:

    Unsere 10-jährige Tochter hat neulich von ihrem Verein einen Zettel zum Unterschreiben mitbekommen. Darin sollten wir erlauben, dass unsere Tochter in eine WhatsApp Gruppe aufgenommen wird. Unsere Tochter hat allerdings kein WhatsApp und das soll auch so bleiben.
    […]

    Unsere Tochter ärgert sich nun sehr darüber, dass wir da so stur sind und sie damit ausgrenzen, dass wir ihr kein WhatsApp erlauben.

    So löblich ich eure grundsätzliche Intention ja finde: Es scheint mir, als habt ihr dabei die Überzeugung etwas außer Acht gelassen.

    Wenn eure Tochter die Gründe nicht nachvollzieht und einsieht (worauf ihr „sich ärgern“ hindeutet), dann habt ihr da auch nur eine temporäre Abhilfe geschaffen und es wird vermutlich nicht lange dauern, bis sie sich dann trotzdem hinter euren Rücken entsprechende Apps installiert.


    Ich finde es übrigens auch ziemlich bedenklich, dass da offenbar von Vereinen auf Lösungen gesetzt wird, welche mit dem Datenschutz nicht vereinbar sind.

  • So löblich ich eure grundsätzliche Intention ja finde: Es scheint mir, als habt ihr dabei die Überzeugung etwas außer Acht gelassen.

    Wenn eure Tochter die Gründe nicht nachvollzieht und einsieht (worauf ihr „sich ärgern“ hindeutet), dann habt ihr da auch nur eine temporäre Abhilfe geschaffen und es wird vermutlich nicht lange dauern, bis sie sich dann trotzdem hinter euren Rücken entsprechende Apps installiert.


    Ich finde es übrigens auch ziemlich bedenklich, dass da offenbar von Vereinen auf Lösungen gesetzt wird, welche mit dem Datenschutz nicht vereinbar sind.

    Unsere Tochter vesteht schon die zugrundeliegenden Datenschutzbedenken. Wir versuchen unser bestes sie da so gut wie möglich aufzuklären. Sie ärgert sich aber dennoch "die einzige" zu sein, die WhatsApp nicht nutzen darf, also über die damit zwingend einhergehende Ausgrenzung. Und das wiederum kann ich nachvollziehen.

  • Unsere Tochter vesteht schon die zugrundeliegenden Datenschutzbedenken. Wir versuchen unser bestes sie da so gut wie möglich aufzuklären. Sie ärgert sich aber dennoch "die einzige" zu sein, die WhatsApp nicht nutzen darf, also über die damit zwingend einhergehende Ausgrenzung. Und das wiederum kann ich nachvollziehen.

    Genau genommen, "dürfen" es die anderen Kinder eigentlich auch nicht, da WhatsDreck eigentlich erst ab 16 Jahren erlaubt ist (gem. deren AGBs).

    Dann gibt es ja noch das Problem, dass WhatsDreck unerlaubt die Telefonbücher ausliest, wo man eigentlich von jedem einzelnen eine schriftliche Zustimmung bräuchte. Steht irgendwo in der DSGVO und es gibt sogar ein mysteriöses Gerichsurteil dazu. (Wurde auch hier irgendwo im Form gepostet, ist 1-2 Jahre her) Hinzu kommt dann noch die Metadatenproblematik.


    Ich seh hier aber noch ein ganz anderen pädagogisches Problem:

    Ihr seid wohl so ziemlich die einzigen, die sich auch daran halten und versuchen auf Datenschutz und Privatsphäre zu achten. Wie willst du denn deiner Tochter erklären, dass die anderen Eltern sich eigentlich unrechtmässig verhalten, aber nicht "bestraft" werden, im Gegenteil deine Tochter wird sogar noch ausgegrentzt, nur weil andere Eltern keinen Wert auf Datenschutz und Privatsphäre ihrer Kinder legen?! :|

  • Unsere Tochter vesteht schon die zugrundeliegenden Datenschutzbedenken. Wir versuchen unser bestes sie da so gut wie möglich aufzuklären. Sie ärgert sich aber dennoch "die einzige" zu sein, die WhatsApp nicht nutzen darf, also über die damit zwingend einhergehende Ausgrenzung. Und das wiederum kann ich nachvollziehen.

    Naja, aber die Ausgrenzung liegt ja nicht an euch. (Du schreibst sie ärgert sich darüber, dass ihr „so stur“ seid). Diejenigen, die sie ausgrenzen sind doch aber genau diejenigen, die eine Anwendung illegal einsetzen. Sie sollte ihren Ärger also eher auf diese Leute richten.


    Aber irgendwie sehe ich hier das gleiche Phänomen, wie man es auch z.B. im Straßenverkehr beobachten kann: Man ärgert sich eher über die Leute, die sich an die Regeln halten („blöde Schleicher“), als diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die es nicht tun (die „Raser“).

  • Naja, aber die Ausgrenzung liegt ja nicht an euch. (Du schreibst sie ärgert sich darüber, dass ihr „so stur“ seid). Diejenigen, die sie ausgrenzen sind doch aber genau diejenigen, die eine Anwendung illegal einsetzen. Sie sollte ihren Ärger also eher auf diese Leute richten.


    Aber irgendwie sehe ich hier das gleiche Phänomen, wie man es auch z.B. im Straßenverkehr beobachten kann: Man ärgert sich eher über die Leute, die sich an die Regeln halten („blöde Schleicher“), als diejenigen zur Rechenschaft zu ziehen, die es nicht tun (die „Raser“).

    Hast Du überlesen, wie alt meine Tochter ist? Ich vermute mal, Du hast selbst keine Kinder. Mit Logik brauchst Du Kindern nämlich nicht kommen, wenn die sich über etwas ärgern. Das klappt noch mal zuverlässig bei Erwachsenen (wie Du ja auch selbst schreibst). Aber egal, das geht sowieso am Thema vorbei.

  • [...]

    Ich seh hier aber noch ein ganz anderen pädagogisches Problem:

    Ihr seid wohl so ziemlich die einzigen, die sich auch daran halten und versuchen auf Datenschutz und Privatsphäre zu achten. Wie willst du denn deiner Tochter erklären, dass die anderen Eltern sich eigentlich unrechtmässig verhalten, aber nicht "bestraft" werden, im Gegenteil deine Tochter wird sogar noch ausgegrentzt, nur weil andere Eltern keinen Wert auf Datenschutz und Privatsphäre ihrer Kinder legen?! :|

    Genau das ist ja das Problem dabei. Unsere Tochter versteht schon, dass es nicht legal ist, und sie versteht auch, dass sie datensparsam sein muss. Allerdings denkt sie wohl auch, dass wir das zu streng sehen bzw. die Gefahren zu hoch einschätzen, denn sonst würden die anderen Eltern es ja auch nicht erlauben. Die wollen doch schließlich auch das beste für ihr Kind...

    Wie soll ein Kind so etwas richtig einschätzen können, wenn es noch nicht mal die Mehrheit der Erwachsenen hinbekommt?

  • Also ich denke mal, in der Corona-Krise wurden viele Sachen (außerhalb des Krisen-Themas) lockerer genommen, auch was Messenger und Videochat-Dienste betrifft. Langsam muss sich das wieder normalisieren... Und es ist nun mal so, dass Whatsapp (oder Vergleichbares) in Firmen, Schulen und eigentlich auch in Medien nicht erlaubt ist!

    Ich würde an Deiner Stelle eindeutig darauf hinweisen. Es kann doch nicht sein, dass bestimmte Schüler Nachteile haben oder dumm angesehen werden, weil sie (oder die Eltern) sich an die Regeln halten!


    BTW: Ich bin auch der einzige in unserer Abteilung, der kein WhatsApp hat. Und ich werde mir das auch definitiv nicht (mehr) zulegen...

    __________________________
    Gruß - Miaz (Samsung Galaxy S7; Sony Xperia Z1C; Threema seit 08/14; Closed-Beta seit 02/18)

  • Also ich denke mal, in der Corona-Krise wurden viele Sachen (außerhalb des Krisen-Themas) lockerer genommen...

    Du hast es sanft erwähnt, ich finde was aktuell passiert ist ein absolutes NoGo


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    Ich kenne den Typen nicht aber es scheint zu stimmen was er berichtet.

    -------
    ʕ•ᴥ•ʔ


    Note II / Android 4.*

    Note 8 / Android 9


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    „Der Zweifel ist der Beginn der Wissenschaft. Wer nichts anzweifelt, prüft nichts. Wer nichts prüft,
    entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind.“

  • Ich kann nur mal eine persönliche Erfahrung beisteuern. Ich bin einer etwas anderen Wohngenossenschaft, eine Neugründung, in der sich (so gut wie) alle Mitglieder und Bewohner persönlich kennen. Als die Vernetzung über Whatsapp um sich griff, sperrten sich mehrere aus grundsätzlichen Erwägungen, die ich hier nicht weiter vertiefen muß. Einige dieser mehreren empfahlen aus ihrer eigenen Erfahrung Threema. Ein paar erklärten sich bereit, das auszuprobieren, und weitere folgten der datenschutzbezüglichen Argumentation. Teil der Argumentation war auch, daß es noch andere bessere Messenger als Whatsapp gibt, aber für die Vernetzung einer Gruppe aber eine Vereinbarung auf denselben sinnvoll ist.


    Es dauerte ein halbes Jahr, bis eine kritische Masse erreicht war, daß die gebildeten thematischen Gruppen echten Mehrwert brachten, an dem Nicht-Threemaner nicht teilhaben konnten. Inzwischen, nach einem Jahr, haben wir gefühlt eine Threema-Abdeckung von 80 bis 90 Prozent (der Smartphonenutzer), und bis auf eine WA-Gruppe laufen alle maßgeblichen Messenger-Kanäle auf Threema. Für die Hauptgruppe ist zu befürchten, daß die threemaseitige Beschränkung von 100 Teilnehmern bald erreicht ist. Allerdings nutzen viele wegen anderer Peergroups parallel Whatsapp.


    Zu der Entwicklung muß man allerdings auch sagen, daß in dieser Genossenschaft aufgrund ihrer Zusammensetzung eine höhere Bereitschaft besteht, über die Konsequenzen des eigenen Tuns nachzudenken, als das im Durchschnitt üblich ist. Läßt sich also nicht ohne weiteres auf andere heterogene Gruppe (wie etwa Sportvereine) übertragen.

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