Öffentliche Gruppen

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  • Als Wunsch-Feature möchte ich öffentliche Gruppen anregen - im Wissen, dass hier manchmal auch Mitarbeiter von Threema mitlesen und um diesen Wunsch allgemein zur Diskussion zu stellen.
    Damit nicht alles durcheinander geht, lege ich gerne im Folgenden dar was ich genau darunter verstehe (für all diejenigen, die keinen Messenger mit dieser Funktion verwenden und sie deswegen womöglich nicht kennen), wie dieses Feature möglicherweise auch in Sachen Erhöhung der Nutzerbasis nützlich sein könnte, was öffentliche Gruppen überhaupt bei einem Messenger zu suchen haben der einen Schwerpunkt auf Privatsphäre legt (und warum das kein Widerspruch ist) und wie ein möglicher Weg der Umsetzung aussehen könnte.
    Genau deswegen wird dieser Post auch recht lang; sorry schon mal ;)


    Öffentliche Gruppen gibt es schon lange bei der Konkurrenz, beispielsweise bei WhatsCrapp, Kik, etc. Letztendlich sind darunter (z.B. themenbezogene) Gruppen zu verstehen, denen jeder beitreten kann der entweder
    a) einen speziellen Gruppenlink kennt (z.B. bei WhatsApp - und ich beziehe mich im Folgenden ausschließlich auf WA)
    b) den eindeutigen Namen der Gruppe kennt (z.B. bei Kik).
    Zwar nutze ich selbst WhatsApp schon lange nicht mehr im Alltag, habe mich aber mit diesem Thema im Freundeskreis auseinandergesetzt. Auf einem Test-Smartphone nutze ich aus diesem Grund dennoch seit einigen Monaten WhatsApp um nachvollziehen zu können, warum sich diese öffentlichen Gruppen so großer Beliebtheit erfreuen, wie sie zum Zugpferd von WA werden konnten bzw. um den sozialen Aspekt und die dortige Kommunikationskultur (die in weiten Teilen mit der allgemeinen Kommunikationskultur jüngerer Menschen gleichzusetzen ist) zu verstehen.
    Mit den Erfahrungen der letzten Monate ausgestattet begreife ich nun, warum viele Menschen jeden Tag einige Tausend Nachrichten bei WhatsApp bekommen und warum für zumindest diese Menschen Threema kein gleichwertiger Ersatz für WA sein kann: Der Ansatz "Ich bleibe über einen Messenger mit meinen Freunden / Kollegen / Familie in Verbindung" spielt nicht mehr die alleinige Rolle und geht zumindest meiner Beobachtung nach deutlich zurück. Vielmehr geht es zu einem großen Teil auch um "Ich lerne über einen Messenger (virtuell) neue Leute kennen und tausche mich mit ihnen über diesen Messenger über gemeinsame Interessen aus".


    Bei WA gibt es vermutlich hunderttausende öffentliche Gruppen. Um beizutreten benötigt man den oben genannten Link, den man direkt in WA öffnen und damit beitreten kann. Diese Links werden innerhalb von WA entsprechend angezeigt, enthalten das Gruppenbild und ggf. auch eine Beschreibung um was es in der Gruppe geht.
    Zentrale Frage ist: Wie kommt man als WA-Nutzer an die entsprechenden Links?
    a) Über Freunde: Man verschickt den Gruppenlink einfach an alle Mitglieder des Vogelzüchtervereins und mit einem Klick ist jeder der Gruppe beigetreten.
    b) Über sog. "Werbungsgruppen": Es gibt bei WA unzählige öffentliche Gruppen, worin täglich hunderte solcher Links verschickt werden.
    c) Über entsprechend darauf spezialisierte Seiten wie z.B. groupler.me u.v.a.
    d) Über extra für diese Zwecke eingerichtete Seiten und Gruppen bei Facebook & Co.


    Die Vielfalt an Themen ist unüberschaubar. Es gibt Gruppen zu Hundeerziehung, regionale Tauschbörsen, Datinggruppen, Meme-Tauschgruppen, gegenseitige Hilfe bei PC-Problemen, Gruppen über die Bewertung von Restaurants zur jeweiligen Stadt, etc. Grob zusammengefasst: Es gibt vermutlich kein Themengebiet, welches nicht vielfache Entsprechungen in öffentlichen WA-Gruppen findet. In allen möglichen Sprachen, teilweise international mit allen erdenklichen Landesvorwahlen der Teilnehmer.


    Um beim Stichwort zu bleiben: Bei WA sehen alle Gruppenmitglieder zwangsläufig die eigene Handynummer - und man selbst sieht alle anderen. Eigentlich ein datenschutzmäßiger Supergau: Ich habe nun tausende Handynummern auf dem Testgerät und könnte mit dem Bemühen der integrierten Suchfunktion eine Menge über diejenige Person herausfinden - umsomehr wenn diese Person auch weitere Gruppenlinks teilt, man sich somit ein Bild über die Interessen machen und Äußerungen in diesen Gruppen auswerten kann. Schon alleine deswegen wäre Threema ohne eine angezeigte Telefonnummer eine ideale Plattform für solche Gruppen.


    Als Randbemerkung: Dieses Konzept lebt natürlich davon, dass genug Mitglieder in einer Gruppe sind weil die Sache sonst einschläft. Bei WA gilt offiziell ein Limit von 255 Mitgliedern, welches in vielen Gruppen oftmals erreicht ist und man somit auf Aufnahme warten muss. Andererseits gibt es wohl irgendeinen Trick, mit dem man das Limit umgehen kann. So war ich auch schon Teil von Gruppen mit jeweils über 700 Mitgliedern (fragt mich bitte nicht wie das geht, ist aber so).


    Ich könnte jetzt eine Menge zum Innenleben dieser Gruppen erzählen, die Art der Kommunikation, etc. Für mich sehr interessant, das soll aber hier nicht das Thema sein.
    Auf mich bezogen kann ich sagen: Der Test war interessant und lehrreich, aber unterm Strich ist das nichts für mich. Ich habe verstanden, warum viele Menschen WA täglich mehrere Stunden nutzen. Ich habe dazu weder Zeit noch Lust. Und ich kann auch darauf verzichten, weiterhin nach der Arbeit jeden Tag knapp 10.000 ungelesene Nachrichten auf dem Handy warten zu haben.


    Meine persönliche Meinung spielt aber keine Rolle.
    Fakt ist dagegen, dass der Kommunikationskanal "öffentliche Gruppen in Messengern" offenbar zu einem dauerhaften Alltagsphänomen geworden ist und in unserer Gesellschaft ganz allgemein eine wichtige Rolle spielt (wenn auch überwiegend bei der Generation U30). Und Fakt ist auch, dass Threema daran nicht Teil hat.


    Ich stelle mir die Frage, warum Threema diese Funktion - die offenbar bei Teilen der Smartphone-Nutzer eine so essentielle Rolle spielt - nicht implementiert hat? Wenn das passieren würde, würde man
    a) schlicht eine weitere (offenbar für Viele als nötig erachtete) Funktion einbauen,
    b) vermutlich einen großen Werbeeffekt auslösen: Man denke an die oben beschriebenen Verbreitungswege der Gruppenlinks über extra eingerichtete Internetdienste, Seiten in den sozialen Medien, etc.


    Technisch sehe ich keine Gründe, warum das bei Threema nicht funktionieren sollte. Eine (aus Datenschutzgründen willkommene) Eigenheit bei Threema ist ja, dass die Gruppenverwaltung nicht serverseitig sondern auf dem Endgerät des Gruppenadmins stattfindet. Beim Aktivieren des Einladungslinks muss also das Admin-Handy "informiert" werden. Und dann ist es eine grundsätzliche Designentscheidung, ob der Admin eine Benachrichtigung erhält und den Beitritt bestätigen oder ablehnen muss - oder ob bei ausreichend freien Plätzen jede Anfrage positiv beschieden wird.
    Sollte das Admin-Handy ausgeschaltet oder offline sein funktioniert die Sache natürlich nicht. In dem Fall kann bei der beitrittswilligen Person eine Meldung nach dem Schema "Das Gerät des Gruppen-Admins ist zur Zeit nicht erreichbar. Deine Beitrittsanfrage wird bearbeitet sobald es eingeschaltet wird" angezeigt werden.


    Allerdings müsste man in diesem Fall für die Kontaktliste eine Lösung finden: Threema fügt sämtliche mir persönlich unbekannten Teilnehmer von Gruppen automatisch in die Threema-eigene Kontaktliste ein. Beim Beitritt zu öffentlichen Gruppen hätte man also sofort Chaos in der Kontaktliste und müsste jeden einzelnen Kontakt manuell umbenennen (und z.B. ein | voranstellen, damit der Eintrag ans Ende der Liste rutscht). Auch das ist aber eine lösbare Frage.


    Letztendlich glaube ich, dass solch eine Funktion auf großes Interesse stoßen würde. Bei den jüngeren Durschnittsnutzern, nicht unbedingt bei datenschutzbewussten Ü30-Leuten wie mir. 95% der Gruppen die ich in diesem Test kennengelernt hatte interessieren mich nicht. Persönlich könnte ich darauf verzichten. Allerdings glaube ich dass dieses Feature so wichtig ist, dass Threema es nicht länger ignorieren kann wenn eine relevante Anzahl von Nutzern erreichen werden soll - Nutzer die mehr aus dem gesellschaftlichen Mainstream kommen und nicht nur datenschutzbewusste Verschlüsselungsmenschen wie wir ;)


    Wie denkt ihr darüber?

  • Ehrlich gesagt halte ich nichts davon.


    Was mir an Threema grundsätzlich gefällt ist die Übersichtlichkeit und die Tatsache, dass die App nicht mit allen möglichen Features vollgestopft ist. Sollte Threema damit beginnen, bin ich weg.


    Außerdem ist das von dir geforderte technisch nicht ganz leicht umzusetzen, denn im Vergleich zu anderen Messengern werden Gruppen etc. bei Threema ausschließlich auf den einzelnen Geräten verwaltet, sprich die Threema-Server sollten im Normalfall nicht wissen, wer mit wem in der Gruppe ist.


    Und ich finde es eigentlich ganz toll, dass Threema noch im klassischen Sinne eine Messaging-App ist und kein zweites „Facebook“. :)

  • Crixus an dieser Stelle unterstütze ich dich nicht. Threema hat nicht umsonst Channals (s. Mercedes) oder Gateway. Bei Kommunikationprogrammen geht es halt um Informationsaustausch (Grundbedürfnisse des Menschen). Mir persönlich fehlt auch so eine Gesamtübersicht der Channals zum Beispiel. Es wäre auch Top wenn z.B. die Banken, Vereine etc. Mercedes folgen würden.

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    ʕ•ᴥ•ʔ


    Note II / Android 4.*

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    „Der Zweifel ist der Beginn der Wissenschaft. Wer nichts anzweifelt, prüft nichts. Wer nichts prüft,
    entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind.“


  • Was mir an Threema grundsätzlich gefällt ist die Übersichtlichkeit und die Tatsache, dass die App nicht mit allen möglichen Features vollgestopft ist. Sollte Threema damit beginnen, bin ich weg.


    Nun, selbst wenn es zu diesem Feature kommen sollte: Man muss es ja nicht nutzen ;)



    Außerdem ist das von dir geforderte technisch nicht ganz leicht umzusetzen, denn im Vergleich zu anderen Messengern werden Gruppen etc. bei Threema ausschließlich auf den einzelnen Geräten verwaltet, sprich die Threema-Server sollten im Normalfall nicht wissen, wer mit wem in der Gruppe ist.


    Das ist mir selbstverständlich bewusst und deswegen bin ich im Ausgangsposting ja auch ausführlich auf diese technischen Gegebenheiten eingegangen, mitsamt Lösungsansatz. Genau genommen vereinfacht das die Sache sogar: Es wäre lediglich eine Anpassung der Clients nötig, nicht an der zentralen Infrastruktur.

  • Danke für die ausführliche Info, @stefan81


    Ich bräuchte so eine Funktion persönlich auch nicht, könnte mir aber vorstellen, dass es für Threema förderlich ist.

    Gruß, Patrick
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  • Ich denke die Idee an sich ist nicht schlecht. Und evt. kann man es auch so machen, das der Gruppenadmin in den Einstellungen den "öffentlich/privat" Status ändern kann. Ist es öffentlich können Links geteilt werden und der Admin kann die Anfragen annehmen/ablehnen. Ist es privat bleibt es so wie bisher.
    So würde man keinen neuen "Gruppentyp" benötigen.

  • Das wäre sicher ein gangbarer und einfacher Weg. Oder man orientiert sich an WA, die machen es sogar noch ein wenig simpler:


    Jede Gruppe ist von Beginn an immer erstmal privat. Jemand der mit dem Feature nichts zu tun haben will, kommt damit also überhaupt nicht in Berührung. Erst wenn der Admin in der Gruppenübersicht auf "Gruppenlink teilen" geht, passieren zwei Dinge:
    1) Der Admin bekommt den Link zur Gruppe und kann diesen teilen (weiterleiten, irgendwo posten, etc.).
    2) Die Gruppe wird zu einer öffentlichen Gruppe zu der Leute (die den Link kennen) beitreten können.


    Wenn ich mich recht erinnere gibt es dann auch die Option "Gruppenlink widerrufen". Somit wird er ungültig und es kann darüber niemand mehr beitreten. So könnte also eine öffentliche Gruppe im Nachhinein wieder privat werden. Das entspräche dem von dir angeregten Schalter "öffentlich/privat".

  • So etwa wie @stefan81 meinte ich das ja auch. Ob nun eine Checkbox oder ein/zwei Buttons, naja… egal. Das ist eine Detailfrage.


    moho Nur weil du es nicht brauchst, heißt das nicht, das es nicht jemand anders gut finden könnte. Was daran anonym ist weiß ich jetzt nicht. Prinzipiell wäre es auf jeden Fall pseudonym, wie Threema allgemein, wenn man die Threema-ID als "Pseudonym" ansieht. Und ansonsten kann man Threema sowieso anonym nutzen, verstehe jetzt nicht was an öffentlichen Gruppen dann da neu ist.

  • Moin @stefan81,


    vielen Dank für den ausführlichen Bericht!
    Persönlich bin ich noch nie mit einer derartigen großen (und öffentlichen) Gruppe in Berührung gekommen - ich kann mir durch deine Beschreibung aber ein gutes Bild davon machen.


    Ich kann nur sagen: Wo du recht hast, haste recht! Wieso sollte Threema das nicht können..
    Beispiel Telegram: Ein Kumpel von mir betreute eine PokemonGo-Webseite für eine Landeshauptstadt, die davon lebte, dass in einer öffentlichen Gruppe sich ausgetauscht, besprochen und verabredet wurde. Jeder konnte einfach, nach Besuchen der Webseite beitreten (wirklich eine Menge an Leuten, die dies spielten oder immer noch spielen).


    Nicht zuletzt waren die zahlreichen Bots, die - so wie ich das verstanden habe - das Auftauchen von seltenen Kreaturen innerhalb der Stadt meldeten, ein Teil der Gruppendynamik. :rolleyes:


    (Offtopic: An dieser Stelle muss man vor Telegram echt den Hut ziehen, eine derartig gut dokumentierte und offene API zur Verfügung zu stellen.)

  • Wie bereits schon Threema Channels erwähnt. ... Oder die Mercedes Channels, gucke hier: https://threema-forum.de/threa…5.html?highlight=Mercedes


    Z.B. für die Fornel 1 Fans oder DTM.

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  • Bei so großen Gruppen gibt es dann die Frage der Perfomance. Ich glaube das war auch der Grund, weshalb früher Threema nur Gruppen bis 20 Mitgliedern erlaubt hat. Und erst mit der Verbesserung der Leistung von Smartphones auch die Gruppengröße erhöht hat. Deshalb eine Frage an die, die sich damit auskennen: Sind Nachrichten in öffentlichen Gruppen bei Whatsapp Ende-zu-Ende verschlüsselt? Bei Telegram sind sie es zum Beispiel nicht.


    Für öffentliche Gruppen sollte meines Erachtens noch eine andere Eigenschaft der Threema-Gruppen überarbeitet werden. Nämlich die Nicht-übertragbarkeit des Gruppenadmins. Ich habe zwar selbst keine Lösung für dieses Problem, aber irgendein schlauer Kopf kann sich vielleicht mal was ausdenken, denn mit der Bindung an eine einzelne Person ergibt so eine so große Gruppe wenig Sinn. Stellt euch doch mal vor, der Admin vergisst ein Backup zumachen oder er hat keine Lust mehr auf die Gruppe.


    An sich ist es ein interessantes Feature. Einfach ist aber nicht es gut zu imlementieren.

  • Wenn sich Threema darauf einlässt, dann muss man sich im Klaren darüber sein, dass diese Gruppen nicht verschlüsselt sein können. Und es macht im Übrigen ja auch keinen Sinn diese Nachrichten zu verschlüsseln oder zu authentifizieren. Hier wäre eine Abstreitbarkeit sogar wünschenswert. Insofern macht es sogar mehr Sinn, wenn Threema sich einfach an ein datenschutztechnisch akzeptables bestehendes System anschließt, als selbst was eigenes auf zu machen, was seitens Verschlüsselung (gibt keine) und Datenschutz nicht mehr Schutz bietet, als bestehende Systeme. Das würde auch einen Teil der IM-Inseln aufbrechen und könnte durchaus zur Popularität von Threema beitragen.

  • Da hast du natürlich recht, dass solche Gruppen nur eine Transportverschlüsselung brauchen, da man dann seine Nachrichten an alle veröffentlicht ist sowieso nichts mehr geheim. Dann könnte das Gruppenmanagment auch zentral gelöst sein. Wäre aber dann doch schon ein sehr großer Unterschied zu den normalen Gruppen, sodass ich nicht denke, dass sie mal schnell umschaltbar (privat<->öffentlich) wären.
    Zudem könnte nicht mehr gesagt werden, dass alles Ende-zu-Ende verschlüsselt ist. Fürs Marketing ist das sicherlich ein Grund.


  • Deshalb eine Frage an die, die sich damit auskennen: Sind Nachrichten in öffentlichen Gruppen bei Whatsapp Ende-zu-Ende verschlüsselt?


    Die Frage kann ich so nicht beantworten. Allerdings kann ich sagen, dass WhatsApp behauptet, sie seien Ende-zu-Ende-verschlüsselt (wenn jeder Teilnehmer eine halbwegs aktuelle Version der App verwendet). Das steht explizit bei den Eigenschaften der jeweiligen Gruppe. Ob das der Wahrheit entspricht kann ich nicht beurteilen.


    Ich denke, wir müssen zwei Dinge unterscheiden: Das allgemeine Größenlimit von Gruppen bei Threema von derzeit 50 Personen. Da kann man sicherlich gute Gründe dafür (Performance) wie dagegen (Usability) finden. Das ist aber m.E. erst einmal unabhängig von der Frage öffentlich/privat.


    Zitat von lgrahl


    Wenn sich Threema darauf einlässt, dann muss man sich im Klaren darüber sein, dass diese Gruppen nicht verschlüsselt sein können.


    Sicher, man kann für öffentliche Gruppen ein anderes Verfahren nutzen. Aber eine zwingende Notwendigkeit sehe ich nicht. Ich fände es sogar sehr viel besser wenn öffentliche Gruppen exakt so funktionieren, wie auch normale private Gruppen. Mit vollständiger Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und dem bekannten Authentifizierungsverfahren (auch in öffentlichen Gruppen können mir bekannte Personen mit einem höheren Vertrauensstatus sein oder diesen bei einem späteren persönlichen Treffen erlangen).
    Das würde die Sache nicht unnötig verkomplizieren und auch in der öffentlichen Wahrnehmung wäre es sicher nicht von Vorteil, wenn es bei Threema einen Gruppentyp gäbe, der nicht mehr Ende-zu-Ende-verschlüsselt wäre.
    Die Aussage, dass solche Gruppen grundsätzlich nicht verschlüsselt sein können, erschließt sich mir also nicht. Und ich würde auch davor warnen. Vielleicht übersehe ich etwas lgrahl?


    Zitat von Nedal


    Da hast du natürlich recht, dass solche Gruppen nur eine Transportverschlüsselung brauchen, da man dann seine Nachrichten an alle veröffentlicht ist sowieso nichts mehr geheim.


    Das sehe ich kritisch. Auch in öffentlichen Gruppen ist m.E. eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein echter Mehrwert. Ich sende eine Nachricht und möchte sicher sein, dass sie nur von den Personen, die momentan in der Gruppe sind, gelesen werden können. Ich sende eine Nachricht und möchte sicher sein, dass auch Threema sie nicht lesen kann.
    Wir dürfen den Begriff öffentliche Gruppen nicht so definieren wie "Jeder Mensch auf der Welt darf meine Nachricht lesen". Das wäre gefährlich!
    Die korrekte Definition einer öffentlichen Gruppe ist: "Jeder darf der Gruppe zwar beitreten - aber was in der Gruppe kommuniziert wird, ist nur für die zu diesem Zeitpunkt darin befindlichen Mitglieder lesbar - und vor allen anderen durch Verschlüsselung geschützt".
    Diese Definition ist äußerst wichtig!
    Sogar WhatsApp (die sich ja wirklich nicht immer vorbildlich verhalten), hat diese Definition akzeptiert und behauptet zumindest sich daran zu halten.


    Die zweite - und davon unabhängige - Frage ist, ob ein Limit von 50 Personen für öffentliche Gruppen nicht hinderlich, also: zu niedrig ist. Und man muss die Frage stellen, ob heutige Smartphones Nachrichten in größeren Gruppen mit dem bisherigen Verschlüsselungsverfahren in annehmbarer Geschwindigkeit versenden können.
    Allerdings beträgt das Limit für öffentliche Gruppen beim Kik Messenger (nicht bei WA) auch nur 50 Personen und die sind damit auch erfolgreich (auch wenn mit weniger Personen natürlich eine ganz andere Gruppendynamik entsteht als in großen).

  • Ich denke auch, das es so sein könnte, das man sagen kann: Erst ab Beitritt in die Gruppe (der evt. noch durch einen Gruppenadmin bestätigt werden muss) kann der Nutzer mitlesen. Vorherige Nachrichten also nicht. Und auch wenn der Nutzer aus der Gruppe heraus ist, nicht mehr.
    Dementsprechend e2e-verschlüsselt. Es wäre auch schlecht, wenn ein Gruppenadmin aus Versehen durch Drücken eines Knopfes ("Gruppenlink teilen/öffentlich machen") die Verschlüsselung ausschalten könnte.

  • Ich hab diese Funktion bis jetzt zwar noch nicht gebraucht oder vermißt, finde den Grundgedanken aber nicht schlecht. So könnte man doch Gruppen schneller bekannt und größer machen und der Zutritt zu den Gruppen wäre wesentlich schneller und einfacher. (Was auch eine breitere Nutzerbasis für Threema bedeuten könnte.)


    Da stelle ich mir 3 Möglichkeiten vor:


    1.) Die Gruppe ist öffentlich und jeder kann in Form eines Einladungslinks automatisch beitreten.


    2.) Die Gruppe ist öffentlich und durch klicken eines Einladungslinks muss der Admin den Zutritt bestätigen. So kann der Admin im Vorfeld schon mal Gruppenregeln bzw. die Bedingungen für die Gruppe bekannt geben.


    3.) Die Gruppe ist privat und nicht öffentlich. (Zutritt so wie bisher)


    Sollte eine Gruppe erst öffentlich und dann privat werden, wird der vorherige Einladungslink ungültig.


    Von Vorteil wäre ebenso, wenn man noch mind. Einen weiteren Admin bestimmen könnte. Das wäre m.E. bei großen Gruppen ein absolutes MUSS.



    Ich denke, wir müssen zwei Dinge unterscheiden: Das allgemeine Größenlimit von Gruppen bei Threema von derzeit 50 Personen.


    Bei Threema Work sind schon längere Zeit Gruppen bis zu 100 Teilnehmer möglich. Vielleicht hat ja schon mal jemand eine so große Gruppe gehabt oder war in so einer großen Gruppe und kann seine Erfahrungen bezüglich Performance schildern!? :) Bisher war es so, dass Funktionen die in Threema Work eingebaut wurden, kurze Zeit später auch in der "normalen" App, implementiert wurden. Bei der Gruppengröße ist das bis jetzt leider nicht geschehen.


    Spannendes Thema! :)


  • Bei Threema Work sind schon längere Zeit Gruppen bis zu 100 Teilnehmer möglich.


    Tatsächlich? Wow. Man geht wohl davon aus, dass Business-Geräte leistungsstärker sind? Oder verlangt man evt. auch eine neuere OS-Version?


    In jedem Fall wäre es ja schon sinnvoll, das auch in der normalen Threema-App einfließen zu lassen. Ich meine es kann ja auch ein Work-Admin eine solche Gruppe erstellen und dann Nutzer der "normalen" Threema-Version einladen.

  • Tatsächlich? Wow. Man geht wohl davon aus, dass Business-Geräte leistungsstärker sind? Oder verlangt man evt. auch eine neuere OS-Version?


    Bei WhatsApp gibt es ja auch Gruppen mit 256 Mitgliedern und das funktioniert selbst auf älteren Geräten problemlos. Ich kann mir nicht vorstellen dass es bei Threema eine technische Limite gibt.

    Jeder Tag könnte Threema Web für iOS Tag sein.

    Jeder Tag ist Threema Web für iOS Tag.

    Jeder Tag könnte Threema Multidevice Tag sein.


    Nur mit Threema Safe schläft man ruhig.

  • Ich schon, WA-Gruppen werden anders organisiert wie Threema dadurch ergeben sich andere Möglichkeit. Threema organisiert die Gruppen dezentral.

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    entdeckt nichts. Wer nichts entdeckt, ist blind und bleibt blind.“